Gemälde

Lot-No. 4390

Leo Samberger, Jünglingsportrait

Brustbildnis eines skeptisch mit eindrucksvollem Blick zum Betrachter des Bildes schauenden jungen Mannes, wohl Portrait Dante Alighieris, mit dessen Physiognomie er sich wiederholt auseinandersetzte, die flott in Brauntönen angelegte Bildnis-Studie mit aufs Wichtigste beschränkten Details zeigt noch eindrucksvoll den Einfluss Franz von Lenbachs, von dem sich der Künstler später löste, Samberger bemerkt zu seiner Arbeitsweise "... Den Malerkollegen Huber-Feldkirch habe ich an einem Nachmittag als fertiges Porträt gemalt. Dies liegt mir bei meinem Temperament doch wohl am meisten. Das Ausarbeiten nämlich in die feinen Details ist nicht meine Sache. Mich drängt irgendwie das kühne Vorstoßen. ..." und Bruckmann konkretisiert "... Stärker noch als bei Franz von Lenbach, von dem er Impulse erhielt, ist bei Leo Samberger das stenogrammartige Erfassen des mimischen Ausdrucks ausgeprägt. Mit der schnellen Pinselschrift, die sich auf das Wesentliche des Gesichts konzentriert und den Körper weitgehend vernachlässigt, wird manchmal die Grenze zur Karikatur überschritten. ...", Öl auf Karton, um 1900, links oben signiert "LeoS", rückseitig undeutlich nummeriert und bezeichnet "Leo Samberger" und "Ersteigert bei Ruef München Nov. 1972", geringe Altersspuren, in Goldleiste gefasst, Falzmaße ca. 68 x 58,5 cm. Künstlerinfo: signierte auch "LeoS", dt. Maler, Zeichner, Karikaturist und Portraitist der Münchner High Society (1861 Ingolstadt bis 1949 München-Schwabing), Kindheit in Bamberg, studierte 1880–87 an der Münchner Akademie bei Gyula (Julius) Benczúr und 1883–87 Meisterschüler bei Wilhelm von Lindenschmit dem Jüngeren, zunächst stark beeinflusst von Franz von Lenbach, unternahm Studienreise nach Italien, ab 1888 in wechselnden Münchner Ateliers freischaffend, 1892 Gründungsmitglied der Münchner Secession, beschickte 1904 die erste Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes, lieferte Beiträge für die Münchner Zeitschrift "Jugend", Mitglied des Reichsverbandes bildender Künstler Deutschlands und ab 1933 der Reichskammer der bildenden Künste, beschickte unter anderem den Kunstpalast Düsseldorf, den Münchner Glaspalast und 1937–43 die Große Deutsche Kunstausstellung im Haus der Deutschen Kunst München, 1943 Flucht nach der Zerstörung seines Ateliers in München nach Geitau (heute zur Gemeinde Bayrischzell in Oberbayern gehörig), ab 1900 Professorentitel und Ehrenmitglied der Akademie der Bildenden Künste München, 1900 vertreten auf der Weltausstellung in Paris, wo er eine Goldmedaille erhielt, Ehrung mit dem Michaelsorden IV. und III. Klasse, 1910 Ritter des Bayerischen Maximiliansorden, 1941 Goethe-Medaille, 1944 Aufnahme in die "Gottbegnadeten-Liste", um 1945 auch in Ebenhausen, 1948 Rückkehr nach München und Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, Quelle: Thieme-Becker, Vollmer, Saur "Bio-Bibliographisches Künstlerlexikon", Matrikel der Münchner Akademie, Bruckmann "Münchner Maler des 19./20. Jh.", Müller-Singer, Davidson, Jansa, Villa Stuck "Secession 1892–1914", Dressler und Internet.

Limit:
240.00 €

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