Blick auf komponierte Flusslandschaft mit regem Boots- und Floßverkehr auf breitem Fluss vor Dorf und hoch aufragender Bergkulisse mit Burg, am diesseitigen Ufer schlängelt sich eine schmale Landstraße mit Reitern, Bettlern, wandernder Familie und Pferdekarren in die Tiefe der Landschaft, im Hintergrund erkennt man eine lange Brücke, welche zwei Städte verbindet, in der Silhouette der links abgebildeten Stadt könnte man Frankfurt am Main mit dem Kaiserdom St. Bartholomäus erkennen, fein mit spitzem Pinsel lasierend festgehaltene Malerei mit vielen liebevollen Details, Öl auf Leinwand, rechts unten schwer lesbar signiert und datiert "L. Chalon f. 1729", wachsdoubliert, Altersspuren, im prächtigen Goldstuckrahmen mit plastisch aufgelegter Blütendekoration, Falzmaße ca. 48 x 63 cm. Künstlerinfo: niederländischer Maler und Zeichner von Rheinlandschaften (1687 Amsterdam bis 1741 Amsterdam), Nachahmer von Herman Saftleven (1609–1685) und Jan Griffier dem Älteren (1652–1718) sowie dessen Söhnen Robert Griffier (1675–1753) und Jan Griffier dem Jüngeren (1688–1750), tätig in Amsterdam Quelle: Thieme-Becker, AKL, Saur "Bio-Bibliographisches Künstlerlexikon", Wurzbach, Bénézit, Schweers und Internet.
Lot-No.: 4101
Limit: 7600.00 €, Acceptance: 0.00 €
Brustbildnis eines alten grauhaarigen Mannes im roten Kardinalsornat, mit langem Bart, beim Kerzenschein in die Lektüre eines Buchs vertieft, das Motiv erinnert an Darstellungen des heiligen Hieronymus im Gehäuse, laut anderslautender Vorbesitzerangabe wohl Bildnis des Heiligen Bonifatius, diese Vermutung bezieht sich wohl auf den Thieme-Becker-Eintrag des Künstlers "... Ein Ölgemälde auf Leinwand, St. Bonifacius (Halbfigur eines bärtigen, in einem Folianten lesenden Mannes, dessen Gesicht von einer Kerze beleuchtet wird), bezeichnet und 1658 datiert, wurde 26.2.1918 bei Lepke, Berlin (Katalog 1799, No 91), versteigert. ...", gering pastose barocke Malerei, Öl auf Leinwand, auf dem oberen Buchrand signiert und datiert "M. C. Hirt F. A. 1658 [Michael Conrad Hirt fecit Anno 1658 (hat es gemacht im Jahre 1658)]", Keilrahmen rückseitig mehrfach mit Prägung eines gekrönten Monogramms "Fr.W." versehen – wohl Hinweis auf den brandenburgischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm (1620–1688), in dessen Diensten Hirt als Hofmaler stand, rückseitig auf dem Rahmen provisorisch appliziertes neueres Messingrahmenschild mit Klebespuren "Michael Konrad Hirt – St. Bonifacius 1658", alt doubliert, Altersspuren, alt gerahmt, Falzmaße ca. 78 x 69 cm. Künstlerinfo: auch Michael Konrad oder Cunrad Hirte oder Hirdt, dt. Maler (1613 Bayreuth bis 1671 Bayreuth?), zunächst Schüler des Hofmalers Heinrich Bollandt in Bayreuth, ab als 1635 Kriegsflüchtling in Lübeck, hier bis zu dessen Tod 1644 Aufnahme im Haus des Ratsherrn Adrian Müller, ab 1645 Hofmaler im Dienste des brandenburgischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm (1620–1688), für diesen tätig beim Neuaufbau der königlichen Residenz Berlin, um 1663 Rückkehr nach Franken und zeitweise in Kulmbach und Bayreuth tätig, Quelle: Thieme-Becker, AKL, Saur "Bio-Bibliographisches Künstlerlexikon", Neue Deutsche Biographie, Allgemeine Deutsche Biographie und Internet.
Lot-No.: 4102
Limit: 1500.00 €, Acceptance: 0.00 €
Blick ins Paradies mit den nackten Stammpaar der Menschheit, Adam und Eva, während Adam sinnend unter einem Apfelbaum sitzt, der von einer Schlange als Zeichen der Versuchung umwunden ist, reicht ihm Eva einen gepflückten Apfel und verleitet ihn, ein Gebot Gottes zu missachten, was zum Sündenfall und der Vertreibung der Menschen aus dem Paradies führte, hierzu schreibt das Buch Mose der Bibel [Gen. 3, 1–7] "... Die Schlange war schlauer als alle Tiere des Feldes, die Gott, der HERR, gemacht hatte. Sie sagte zu der Frau: Hat Gott wirklich gesagt: Ihr dürft von keinem Baum des Gartens essen? Die Frau entgegnete der Schlange: Von den Früchten der Bäume im Garten dürfen wir essen; nur von den Früchten des Baumes, der in der Mitte des Gartens steht, hat Gott gesagt: Davon dürft ihr nicht essen und daran dürft ihr nicht rühren, sonst werdet ihr sterben. Darauf sagte die Schlange zur Frau: Nein, ihr werdet nicht sterben. Gott weiß vielmehr: Sobald ihr davon esst, gehen euch die Augen auf; ihr werdet wie Gott und erkennt Gut und Böse. Da sah die Frau, dass es köstlich wäre, von dem Baum zu essen, dass der Baum eine Augenweide war und begehrenswert war, um klug zu werden. Sie nahm von seinen Früchten und aß; sie gab auch ihrem Mann, der bei ihr war, und auch er aß. Da gingen beiden die Augen auf und sie erkannten, dass sie nackt waren. ...", manieristische, lasierende religiöse Genremalerei, Öl auf Holzplatte, wohl Anfang 17. Jh., unsigniert, Holzplatte rechts und unten beschnitten, Erhaltungsmängel, im Goldstuckrahmen 1. Hälfte 19. Jh., Falzmaße ca. 33,5 x 24 cm.
Lot-No.: 4107
Limit: 3600.00 €, Acceptance: 0.00 €
Darstellung Marias mit dem nackten Jesusknaben, mit zum Segen erhobener rechter Hand, rechts im Hintergrund mit Buch Marias Mutter, die Heilige Anna, gering pastose religiöse Genremalerei, Öl über weißem Bolusgrund auf Holzplatte, wohl 17. Jh., unsigniert, stärkere Erhaltungsmängel, ungerahmt, Maße ca. 62 x 46 cm.
Lot-No.: 4112
Limit: 2400.00 €, Acceptance: 0.00 €
Darstellung Jesu am Kreuz auf Golgatha, umgeben von schwebenden Engeln, mit seiner trauernden Mutter Maria und seinem Lieblingsjünger Johannes am Fuß des Kreuzes, die Szene zeigt den Moment von Jesus Tod, worüber das Lukasevangelium berichtet "... Und es war schon um die sechste Stunde, und es kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde, und die Sonne verlor ihren Schein, und der Vorhang des Tempels riss mitten entzwei. Und Jesus rief laut: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände! Und als er das gesagt hatte, verschied er. ...", während Jesus verschied fingen, wie im Bild dargestellt, die zwei Engel das Blut aus den Wunden Christi in Schalen auf – ein beliebtes Motiv der Renaissance, welches an das Blutopfer Jesu erinnern soll, lasierende religiöse Genremalerei, Öl auf unregelmäßig begrenzter, von Hand getriebener Messingplatte, wohl 17. Jh., unsigniert, Altersspuren, ungerahmt, oben mittig wohl altes Befestigungslöchlein, Plattenmaße ca. 30,5 x 23 cm.
Lot-No.: 4114
Limit: 1800.00 €, Acceptance: 0.00 €
Darstellung des Heiligen der römisch-katholischen Kirche, Erasmus von Antiochia (ca. 240 Antiochia [Antakya] bis 303 Formia), der Legende nach wirkte Erasmus als frühchristlicher Bischof in Antiochien in der heutigen Türkei, in Folge der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian verbarg sich Erasmus auf einem Berg des Libanon, hier soll Erasmus ein Engel erschienen sein, der ihn zur Rückkehr aufgefordert hätte, zurückgekehrt, wurde er gefangengenommen, gefoltert und entdärmt, in vorliegender Szene sieht man den entblößten Heiligen neben seiner Mitra gefesselt am Boden liegen, während Henkersknechte auf Geheiß eines Orientalen und eines jüdisch karikierten Mannes seine Gedärme auf eine Winde wickeln, nur durch Gottes Beistand soll Erasmus diese Tortour überstanden haben und später hochbetagt als Seelsorger in Formia verstorben sein, rechts auf einer Stehle die angedeutete Büste des Diokletian, über der Szene ein Engel mit Lorbeerkranz und Märtyrerpalmwedel, gering pastose religiöse Genremalerei, Öl auf Leinwand, wohl 17. Jh., unsigniert, auf Sperrholzplatte aufgezogen, Erhaltungsmängel, alt gerahmt, Falzmaße ca. 82,5 x 64 cm.
Lot-No.: 4117
Limit: 1000.00 €, Acceptance: 0.00 €
nach der erfolgreichen Einnahme von Ostende durch Albrecht 1604 entstand das repräsentative Reiterbildnis des Erzherzogs Albrecht VII. von Habsburg von Österreich (1559–1621), ab 1599 Herzog von Burgund, in zeremonieller Rüstung hoch zu Pferd, es zeigt den Regenten der Spanischen Niederlande mit Marschallstab in der Rechten, roter kaiserlich-habsburgischer Feldherrenbinde am linken Oberarm, den ihm 1599 verliehenen Orden vom Goldenen Vlies um den Hals, im edlen Harnisch mit weißem Mühlsteinkragen und hohem federgeschmückten Cabasset, vor der Küste Ostendes, Albrecht VII. galt als Feingeist und Förderer der niederländischen Kunst im Allgemeinen, wie Peter Paul Rubens (1577–1640) im Besonderen, er befand sich jedoch im Zuge des "Achtzigjährigen Krieges" in langwieriger kriegerischer Auseinandersetzung mit den Vereinigten Niederlanden unter Moritz von Oranien, die in der Schlacht von Nieuwpoort am 2. Juli 1600 gipfelte, das von Rubens geschaffene Original des siegreichen Albrecht, ehemals im Besitz der Habsburger, gilt heute als verschollen, das Motiv ist jedoch in zahlreichen Kopien überliefert, die teils von Rubens stammen oder traditionell als Werkstattarbeit Peter Paul Rubens betrachtet werden, so schuf Rubens ca. 1617 einen Zyklus "Allegorie der fünf Sinne", im Gemälde "Sehsinn" der Reihe ist eine verkleinerte Variante unseres Motivs rechts neben Amor abgebildet, andere schreiben das Motiv Frans Pourbus dem Jüngeren (1569–1622) zu, der ebenfalls Portraits Albrechts schuf, in der vorliegenden kleineren Version wird die Figur Albrechts samt Pferd, abweichend vom Original, vor einer sanft bewegten Gebirgslandschaft unter deutlich verändertem Himmel dargestellt, das Motiv existiert generell in mehreren leicht modifizierten Varianten, allein das niederländische Rijksbureau voor Kunsthistorische Documentatie dokumentierte sechs Varianten und Vorstudien von bzw. nach Rubens auf seiner Datenbank, interessanterweise wurden Pferd und Figur offensichtlich von der Rubenswerkstatt unter Austausch des Kopfes und des landschaftlichen Hintergrundes auch für andere Herrscherportraits verwendet – so entstand 1621 das Reiterportrait von Kronprinz Władysław IV. Wasa (1595–1648) mit der Schlacht von Chotyn im Hintergrund, welches der Werkstatt Rubens und hier speziell dem Rubensschüler Pieter Claeszoon Soutman (1580–1657) zugeordnet wird, ähnlich verfuhr man beim Reiterportrait des polnischen Königs Sigismund III. Wasa (1566–1632), ab 1599 Erb- und Titularkönig von Schweden, welches auch als Werkstattarbeit von Rubens gilt, ein zwischen 1612 und 1615 von Rubens geschaffenes Reiterportrait von Don Rodrigo de Calderon (1576–1621) zu Pferd, verändert neben Hintergrund und Gesicht auch die Farbe des Pferdes und die Haltung der rechten Hand – folgt aber in sonstigen Details den vorher genannten Gemälden, eine derartige Vorgehensweise war durchaus üblich, die auch zur Machtabsicherung als Repräsentationsgeschenke benötigten Bildnisse wurden von den Herrschern oft in größerer Zahl geordert und setzten eine gut funktionierende Werkstatt und standardisierte, gut zu modifizierende Motivvorlagen voraus, so ist bekannt, dass der sächsische Hof unter anderem ca. 60 identische Portraits Friedrichs des Weisen und ca. 60 identische Portraits Johanns des Beständigen in der Werkstatt Lucas Cranach des Älteren (1472–1553) bestellte, gering pastose Malerei, Öl auf Leinwand, wohl 17. Jh., alt doubliert, unsigniert, rückseitig auf dem Keilrahmen wohl alte Inventarnummer "570 KR" und jüngeres gedrucktes schwedisches Etikett mit Zuschreibung "Pourbus, Franz. Hans art Ryttarporträtt (Tilly?), fältherre med hatt och harnesk i landskap. D 110 x 77. [Pourbus, Franz. ... Reiterportrait (Tilly?) Feldherr mit Hut und Rüstung in einer Landschaft. 110 x 77 cm.]", Altersspuren, in Goldleiste gerahmt, Falzmaße ca. 112 x 78 cm.
Lot-No.: 4119
Limit: 8000.00 €, Acceptance: 0.00 €
mit Lanzen und Gewehren bewaffnete, teils berittene Jagdgesellschaft in phantastischer abendlicher Sommerlandschaft mit Ruinen und Turmhügel, mit ihren Hunden ein an einen Bären oder einen Wolf erinnerndes Tier zur Strecke bringend, gering pastose Malerei über rotem Bolus, Öl auf Leinwand, 17. Jh., unsigniert, doubliert und auf neueren Keilrahmen montiert, rückseitig altes Eigentümeretikett Giebelstadt, Altersspuren, gerahmt, Falzmaße ca. 61 x 91 cm.
Lot-No.: 4131
Limit: 1800.00 €, Acceptance: 0.00 €
effektvolle Küstenszene bei dramatisch bewegter See, vor Palast mit klassischer Säulenarchitektur und Helfern beim Bergen von Schiffbrüchigen eines an den Klippen havarierten Segelschiffs, unter unheilvoll bewölktem Gewitterhimmel, das melodramatische Motiv erfreute sich in der Vergangenheit großer Beliebtheit und wurde von diversen Künstlern teils leicht modifiziert geschaffen, so wurde eine mit 1771 datierte Variante im Kunsthistorischen Museum Wien von Philipp Jakob de Loutherbourg (1740 Straßburg bis 1812 Chiswick bei London) gemalt, eine weitere Variante des Nationalmuseums Warschau schuf 1840 Franz Xaver Lampi (1782 Klagenfurt bis 1852 Warschau), darüber hinaus existieren seitenverkehrte und seitenrichtige Kopien, dünn lasierende Kopie, Öl auf Leinwand, 1. Hälfte 19. Jh., unsigniert, doubliert, Erhaltungsmängel, im Goldstuckrahmen, Falzmaße ca. 70,5 x 101,5 cm.
Lot-No.: 4132
Limit: 1500.00 €, Acceptance: 0.00 €
zwei ländliche Szenen in sanft bewegter sommerlicher Mittelgebirgslandschaft, einmal Bauer auf Weg am Fluss mit Burg im Hintergrund (wohl Ansicht der Burg Kleve), das andere mit Bauern vor Hütte am Dorfrand, lasierende, teils gering pastose Malerei, je Öl auf älterer Holzplatte in Zweitverwendung, einmal signiert und datiert "A. Biester fet [fecit = hat es angefertigt] 1863", Altersspuren, als Pendants in Goldstuckrahmen gefasst, Falzmaße je ca. 32 x 41 cm. Künstlerinfo: auch Anthony Biester, dt.-amerikanscher Portrait- und Landschaftsmaler (1837 Kleve/Rheinprovinz bis 1917 Cincinnati-Madisonville/Ohio), zunächst Schüler von Barend Cornelis Koekkoek (1803–1862) in Kleve, künstlerisch weitergebildet im Umfeld der Düsseldorfer Akademie, im März 1871 Auswanderung mit seiner Familie in die USA, zunächst ansässig in Covington/Kentucky, 1872 Übersiedlung nach Cincinnati-Madisonville/Ohio, hier als Maler freischaffend, Mitglied des Cincinnati Art Club, beschickte diverse Kunstausstellungen in den USA, unter anderem 1897–1902 das Art Institute of Chicago, Quelle: Thieme-Becker, Vollmer, AKL, Saur "Bio-Bibliographisches Künstlerlexikon", Schweers, "Who‘s Who in American Art" und Internet.
Lot-No.: 4146
Limit: 900.00 €, Acceptance: 0.00 €
Brustbildnis eines älteren grauhaarigen Mannes mit üppigem Bart, im Inverness-Mantel mit mehrfacher Pelerine, lasierende, partiell gering pastose Bildnismalerei, Öl auf Leinwand, um 1880, links unten signiert "B. Froriep", rückseitig altes Nummernetikett "1440", diverse Annotationen und unleserlicher Stempel auf der Leinwand, Altersspuren, im originalen Florentiner Rahmen (Erhaltungsmängel) gefasst, Falzmaße ca. 65 x 53 cm. Künstlerinfo: dt. Portrait- und Genremalerin (1833 Berlin bis 1920 Weimar), erster Zeichenunterricht bei Adolf von Menzel und Eduard Magnus in Berlin, ab 1846 in Weimar, hier später Schülerin von Friedrich Martersteig und Ferdinand Pauwels, unternahm 1881–82 eine Studienreise nach Holland und 1893 nach Italien, beschickte ab 1870 die Ausstellungen des Thüringer Ausstellungsvereins bildender Künstler in Jena sowie Ausstellungen in Leipzig, Kassel, Stuttgart, Magdeburg, Berlin, Dresden und in der Schweiz, als Urenkelin des Weimarer Handelsunternehmers und Verlegers Friedrich Justin Bertuch (1747–1822) verwaltete sie den umfangreichen Familiennachlass und wohnte im Weimarer "Bertuchhaus", Mitglied im Deutschen Kunstverein, in der Allgemeinen Deutschen Künstlergenossenschaft, im Berliner Kunstverein und 1873–1921 [sic.] Mitglied im Verein der Berliner Künstlerinnen, dessen Ausstellungen sie 1873–1901 beschickte, Ehrung mit der Großherzoglich Sachsen-Weimar-Eisenachschen Medaille für Kunst und Wissenschaft, Quelle: Thieme-Becker, Saur "Bio-Bibliographisches Künstlerlexikon", Boetticher, Gabriele Oswald "Bertha Froriep (1833–1920): Künstlerin aus Weimars "Silbernem Zeitalter" und Hüterin des Bertuchhauses", "Käthe, Paula und der ganze Rest", Müller-Singer, Dressler und Internet.
Lot-No.: 4156
Limit: 800.00 €, Acceptance: 0.00 €
sommerlicher Blick, vorbei an Wanderern entlang eines Gebirgsbachs mit Brücke, zur dörflichen Kulisse vor steil aufragender Bergkulisse, gering pastose Landschaftsmalerei, Öl auf Leinwand, rechts unten signiert und datiert "G. Hampe [18]79", rückseitig auf dem Keilrahmen in Blei schwer lesbar bezeichnet "Süds-Tyrol", Altersspuren, in breiter Goldstuckleiste gerahmt, Falzmaße ca. 55,5 x 44 cm. Künstlerinfo: dt. Landschaftsmaler (1839 Berlin bis 1902 Berlin?), unternahm Studienreisen nach Griechenland, Italien und Spanien und fand seine Motive vor allem in Thüringen, im Schwarzwald und in der Schweiz, beschickte 1862-70 die Berliner Akademieausstellung, tätig in Berlin, Quelle: Thieme-Becker, Boetticher, Bénézit, Saur und Wikipedia.
Lot-No.: 4162
Limit: 190.00 €, Acceptance: 0.00 €
zwei Männer zu Pferd, unter knorrigen Laubbäumen in herbstlicher Landschaft, fein mit spitzem Pinsel gering pastos erfasste Malerei, Öl auf parkettierter Holzplatte, Mitte 19. Jh., links unten signiert "J. Hofstra f. [fecit = hat es gemacht]", rückseitig Etikett "Galerie Schöninger ...", Altersspuren, im neueren Goldstuckrahmen, Falzmaße ca. 43 x 37 cm. Künstlerinfo: niederländischer Landschafts- und Genremaler (1805 Sneek bis 1875 Sneek), um 1835 tätig als Malergehilfe, künstlerisch wohl Autodidakt, später verdingte er sich als Polizist, parallel als Kunstmaler tätig, lebte in Sneek, Quelle: Sneeker Nieuwsblad, Scheen und Internet.
Lot-No.: 4165
Limit: 280.00 €, Acceptance: 0.00 €
Ansicht des französischen Seebades Trouville-sur-Mer am Ärmelkanal in der Normandie, sommerlicher Blick vom Meer auf den Strand und die Strandpromenade mit Flaneuren sowie die Stadtkulisse mit der markanten Kirche Notre-Dame-Des-Victoires, hierzu bemerkt das frz. Künstlerlexikon Bénézit "... Hugard fand Inspiration für viele seiner Gemälde in den Alpen und malte auch Ansichten der Normandie, der Brie und der Pyrenäen. ...", gering pastose Vedutenmalerei, Öl auf Leinwand, um 1880, links unten signiert "C. Hugard", doubliert und restauriert, im Goldstuckrahmen, Falzmaße ca. 37,5 x 61 cm. Künstlerinfo: eigentlich Claude Sébastien Hugard de Latour, frz. Maler (1818 Cluses/Haute-Savoie bis 1886 Paris), Vater des Salvator Hurard, Schüler François Diday und Alexandre Calame in Genf, beschickte 1844–1880 den Pariser Salon, vertreten 1855 auf der Pariser Weltausstellung und auch auf Berner und Genfer Ausstellungen, tätig in Paris, Quelle: Thieme-Becker, Saur "Bio-Bibliographisches Künstlerlexikon", Bénézit, Brun "Schweizer Künstlerlexikon", Sikart, Müller-Klunzinger, Schurr "Les petits maîtres de la peinture" und Internet.
Lot-No.: 4166
Limit: 750.00 €, Acceptance: 0.00 €
Kopfbildnisse dreier alter Männer mit Schläfenlocken und Pelzmützen, gekonnt mit breitem Pinselduktus erfasste, etwas karikierend überzeichnete Charakterstudie in dunkeltoniger Farbigkeit, Öl auf Leinwand, rechts unten undeutlich ligiert signiert und datiert "... Israel [18]97", doubliert, Altersspuren, neuzeitlich in Goldstuckleiste gerahmt, Falzmaße ca. 45,5 x 50,5 cm.
Lot-No.: 4167
Limit: 1200.00 €, Acceptance: 0.00 €
rastende Bauern auf abgeernteter Wiese am Fluss, vor ihren mit Pferden bespannten Heuwagen, poesievolle, lasierende Genremalerei, Öl auf Leinwand, um 1880, links unten Ligaturmonogramm "FK", rückseitig auf dem Rahmen jüngeres gedrucktes Etikett mit handschriftlich ergänztem Künstler und Werktitel "Galerie Banger Wiesbaden ... F. Kaiser ... »Heuernte«" und auf dem Rahmen Dedikation "Gestiftet den Hotelangestellten zur Weihnachtsverlosung von der Galerie Banger Wiesbaden 31.XII. [19]28", auf dem Keilrahmen weitere unleserliche Annotationen, geringe Altersspuren, im ca. 12 cm breiten Goldstuckrahmen, Falzmaße ca. 26,5 x 39,5 cm. Künstlerinfo: dt. Historien-, Genre- und Schlachtenmaler sowie Lithograph und Radierer (1815 Lörrach bis 1889 Charlottenburg), wohl Zeichenschüler von Christian Meichelt am Lörracher Pädagogium, zunächst ab 1833 Lehre zum Lithographen, um 1837 Aufenthalt in Paris, hier beeindruckt von Arbeiten Horace Vernets (1789–1863) und Hinwendung zur Schlachtenmalerei, malerische Ausbildung in den 1840er Jahren in München, 1848 Übersiedlung nach Karlsruhe, während der 1848er Revolution zeichnete er teils humorvolle Typen aus dem badischen Aufstand, er war tätig für den Verleger Johann Jacob Weber und gilt als Vorreiter der Bildberichterstattung, 1848–71 lieferte er Beiträge für die erste illustrierte Zeitung Deutschlands – die "Leipziger illustrierte Zeitung", der damalige Prinz Wilhelm von Preußen wurde auf die Arbeiten aufmerksam und veranlasste Kaiser 1850, nach Berlin überzusiedeln, schilderte als Schlachtenmaler im Gefolge des preußischen Generalstabs die Kriege von 1864, 1866 und 1870–71 aus eigenem Erleben, tätig in Berlin, Quelle: Thieme-Becker, Saur "Bio-Bibliographisches Künstlerlexikon", Meyers Konversationslexikon, Bénézit, Boetticher, Homepage Arbeitskreis Regionalgeschichte Freiburg e.V., "Todtenschau" in der Illustrierten Zeitung Nr. 2417 vom 26. Oktober 1889.
Lot-No.: 4169
Limit: 240.00 €, Acceptance: 0.00 €
über eine Bogenbrücke führende Landstraße mit Reitern, im Hintergrund flache mediterrane Landschaft unter hellem Himmel, leicht pastose Landschaftsmalerei in freundlicher Farbigkeit, Öl auf Leinwand, rechts unten signiert und datiert "C. F. Karthaus (18)93", auf Keilrahmenrückseite Etikett "30071" und Galeriestempel, minimale Erhaltungsmängel, gerahmt, Falzmaße ca. 43 x 63 cm, beigegeben Rechnungskopie der Kunsthandlung J. P. Schneider in Frankfurt am Main aus dem Jahr 1930. Künstlerinfo: dt. Landschaftsmaler der Berliner Schule (wohl 1852 Wuppertal bis 1928 Berlin), vorwiegend in Berlin und Potsdam als Landschaftsmaler tätig, Quelle: Internet.
Lot-No.: 4171
Limit: 300.00 €, Acceptance: 0.00 €
spielende Kinder am Wasserlauf in weiter Aue mit blühenden Bäumen, pastose Malerei in zurückhaltender Farbigkeit, Öl auf Leinwand, um 1890, doubliert, rechts unten mit Pseudonym "J. Rollin" signiert, Altersspuren, schön neuzeitlich gerahmt, Falzmaße ca. 67 x 54 cm. Künstlerinfo: österreichischer Maler (1843 Neuplachowitz/Schlesien bis 1905 Wien), studierte an der Akademie Wien, unternahm zahlreiche Studienreisen, unter anderem nach Norwegen, Deutschland, Italien und Holland, ab 1900 in Wien ansässig, verwendete ca. 40 Pseudonyme zur Kennzeichnung seiner Werke, Quelle: Thieme-Becker und Wikipedia.
Lot-No.: 4172
Limit: 450.00 €, Acceptance: 0.00 €
elegante Rokokogesellschaft beim ungezwungenen Gespräch und Musizieren, auf einer an einem See gelegen Terrasse, mit Schlossarchitektur im Hintergrund, mit spitzem Pinsel ausgeführte Genremalerei, Öl auf Leinwand, Anfang 20. Jh., rechts unten signiert "Ed. Keil", auf der Rückseite Etikett "Gemälde- und Kunstausstellung Düsseldorf 1906", hier handschriftlich "Ed. Keil/auf der Terrasse/210 RM", auf Leinwandrückseite nochmals signiert, auf Keilrahmen nochmals betitelt, minimale Erhaltungsmängel, hinter Glas im vergoldeten Prunkrahmen und hierauf Messingschild "Ed. Keil", Falzmaße ca. 22 x 32,5 cm.
Lot-No.: 4173
Limit: 390.00 €, Acceptance: 0.00 €
junge Dame im Sessel, den Betrachter freundlich betrachtend, fein mit spitzem Pinsel erfasste Portraitmalerei, links unten in Rot signiert, datiert und bezeichnet Leipzig 1880, Öl auf Leinwand, in opulentem Goldstuckrahmen mit ovalem Ausschnitt, dieser mit kleiner Fehlstelle an einer Kante, Bild reinigungsbedürftig, insgesamt guter altersgemäßer Zustand, Falzmaße ca 76 x 62 cm.
Lot-No.: 4175
Limit: 180.00 €, Acceptance: 0.00 €
sommerliche Seeuferszene mit nacktem Kind, in trauter Zweisamkeit mit einem großen Hund, auf dem Bootssteg, anrührende, poesievolle, gering pastose Genremalerei, Öl auf Leinwand, um 1880, links unten undeutlich signiert "B. Oscar", Altersspuren, im Goldstuckrahmen, Falzmaße ca. 41 x 31,5 cm.
Lot-No.: 4181
Limit: 190.00 €, Acceptance: 0.00 €
Bauersfrau mit Kiepe, auf Weg unter hohen Laubbäumen, mit Fernblick zur Burg und zum Fluss, pastose romantische Landschaftsmalerei, Öl auf Leinwand, rechts unten bezeichnet "D. Schuhfried 1867", rückseitig auf dem Keilrahmen teils unleserlich betitelt "Burg ... a./Rhein", Altersspuren, gerahmt, Falzmaße ca. 42 x 58 cm. Künstlerinfo: auch Dominic Schuhfried, österreichischer Landschafts- und Genremaler (1810 Wien bis 1877 Wien), Sohn des Wiener Porzellanmalers Jakob Schufried (1785-1857, auch Schuhfried, Schulfried oder Schurfried), studierte bis 1829 an der Wiener Akademie, 1838-57 und 1869-71 vertreten auf Ausstellungen, zuerst in der Jahres-Ausstellung bei St. Anna und ab 1852 in den Monats-Ausstellungen des österreichischen Kunstvereins, schuf vor allem Motive aus der Gegend um Gutenstein bei Wien, tätig in Wien, Quelle: Thieme-Becker, Saur "Bio-Bibliographisches Künstlerlexikon", Wurzbach "Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich", Müller-Singer, Fuchs und Internet.
Lot-No.: 4190
Limit: 480.00 €, Acceptance: 0.00 €
Defregger befasste sich neben Genrethemen auch mit Historienbildern, welche vor allem die Unabhängigkeitsbewegung der Tiroler 1809 mit ihrem Anführer Andreas Hofer (1767-1810) thematisieren, vorliegend das 1883 geschaffene Motiv "Vor dem Aufstand in Tirol 1809", das Originalgemälde wurde 1883 im Münchner Glaspalast ausgestellt und das Motiv fand weite Verbreitung und Popularität durch einen 1884 in der "Gartenlaube" abgebildeten Holzstich des Gemäldes, fein lasierende Kopie, Öl auf Leinwand, um 1910, links unten bezeichnet und signiert "Franz Defregger 1883 - Kop. von L. Schünzel - Dresden", im prächtigen Goldstuckrahmen, Falzmaße ca. 75,5 x 106 cm. Künstlerinfo: Kopist (tätig erwähnt 1911-27), schuf Altmeisterkopien an der Königlichen Gemäldegalerie "Alte Meister" Dresden, lebte in Dresden, Quelle: Visitenkarte und Internet.
Lot-No.: 4192
Limit: 600.00 €, Acceptance: 0.00 €
insgesamt drei Stück, je historisierendes Schulterstück eines edlen niederländischen Herrn, zweimal in Frontalansicht mit nach rechts gewandtem Blick bzw. ein Mal im Profil dargestellt, unter anderem mit Halskrause (Kröse) bzw. mit breitem aufliegenden weißen Kragen, pastose Malweise, Öl auf Leinwand, auf dicker Karton doubliert, Ende 19./Anfang 20. Jh., je rückseitig von fremder Hand bezeichnet "Charles Meer Webb" und als "Oelstudie" gekennzeichnet, teils datiert, Altersspuren, je im Profilrahmen mit oktogonalem Bildausschnitt, Bildmaße je ca. 12 x 11,5 cm. Künstlerinfo: englischer Genre- und Historienmaler (1830 Slough bis 1895 Düsseldorf), studierte an den Akademien Amsterdam und Antwerpen, 1848–51 Studium an der Akademie Düsseldorf bei Karl Ferdinand Sohn und Rudolf Wiegmann, 1851 Privatunterricht bei Wilhelm Camphausen, 1848 Gründungsmitglied und bis 1893 Mitglied des Düsseldorfer Künstlervereins "Malkasten", tätig in Düsseldorf, zeitweise 1872 in Antwerpen, 1880 in Brüssel und in Kleve, beschickte Ausstellungen in Berlin, Dresden, Hannover, Düsseldorf, Hamburg, London, Köln und Magdeburg, Quelle: Thieme-Becker, Bruckmann "Düsseldorfer Malerschule" und Wikipedia.
Lot-No.: 4201
Limit: 280.00 €, Acceptance: 0.00 €
über einen aus einer engen Schlucht kommenden Gebirgsbach führende Brücke, im Hintergrund vom Schnee bedeckte Berge unter locker bewölktem Himmel, Öl auf Leinwand und auf Karton kaschiert, rechts unten datiert "14.6.(18)90", auf der Rückseite Zuschreibung "Prof. Wille Schweiz", leichte Erhaltungsmängel, gerahmt, Falzmaße ca. 33 x 24 cm. Künstlerinfo: eigentlich Friedrich Gustav August Julius Philipp Rudolf von Wille, dt. Landschaftsmaler und Lithograph (1860 Weimar bis 1941 Düsseldorf), ab 1863 Kindheit in Düsseldorf, studierte 1879-82 an der Akademie Düsseldorf unter anderem bei Andreas Müller, Heinrich Lauenstein und Peter Janssen dem Älteren, unternahm Studienreisen durch Deutschland (Thüringen, Eifel, Harz, Sieg, Mittelrhein, Hessen, Lahn und Schwarzwald), nach Norwegen und an die italienische Riviera, ab 1886 Mitglied des Düsseldorfer Künstlervereins Malkasten, ab 1899 Sommerwohnsitz in der Eifel, 1900-05 und 1908-11 in Reifferscheid, 1905-07 in Kall-Dalbenden, 1911 Erwerb der Burg Kerpen als Sommerwohnsitz, vertreten unter anderem in den Museen in Berlin, Köln, Düsseldorf, Krefeld, Düren, Aachen, Bonn und Stuttgart, 1908 Erwerb des Gemäldes "Die blaue Blume" durch Kaiser Wilhelm II., 1910 Verleihung des Professorentitels, 1911 Begegnung mit Kaiser Wilhelm II. und Ehrung mit dem Roten Adlerorden IV. Klasse, Mitglied der Freien Vereinigung Düsseldorfer Künstler und zeitweise Vorstand des Künstlervereins Malkasten Düsseldorf, Quelle: Thieme-Becker, Saur "Bio-Bibliographisches Künstlerlexikon", Bruckmann "Lexikon der Düsseldorfer Malerschule", Müller-Singer, Jansa, Ries, Brauskiepe, Boetticher, Dressler und Wikipedia.
Lot-No.: 4202
Limit: 120.00 €, Acceptance: 0.00 €