Nicolai von Astudin, "Auf dem Weg nach Gondorf"
sommerliche Gebirgslandschaft in Gewitterstimmung, mit Planwagen vorm morbiden Anwesen, romantische, gering pastose Malerei mit schönem Licht, Öl auf Holzplatte, um 1890, Malplatte unten wohl original vom Künstler geringfügig angestückt, rechts unten signiert "Astudin", rückseitig vom Künstler betitelt, signiert und mit Künstleranschrift versehen "»Auf dem Weg nach Gondorf« (Mosel) gem. N. Astudin, München, Luisenstr. 30", rückseitig auf dem alten Rahmen mehrfach Annotation "München" und altes Etikett „Konrad Barth & Comp. Vergolderwaaren-Geschäft München.", Altersspuren, original hinter Glas im Goldstuckrahmen, Falzmaße ca. 20,5 x 31,5 cm. Künstlerinfo: auch Nikolai oder Nicolai (Nikolaus) Lwowitsch Astudin, russisch Николай Львович Астудин, verwendete auch das Pseudonym "Emil Winter" und fügte seinen Namen mitunter ein "von" hinzu, russischer Landschaftsmaler, Aquarellist und Radierer (wohl 1849 bei Moskau bis 1925 Oberlahnstein), Schulausbildung in Sankt Petersburg, dann kurzzeitiger Aufenthalt in Berlin, ab ca. 1864 Schüler des Landschaftsmalers Armand-Théophile Cassagne (1823–1907) in Paris, besuchte in Frankreich auch Buc und Fontenay les Roses, auf Anregung von Édouard Manet Hinwendung zur deutschen Rheinromantik, 1875 in Berlin ansässig, wo er 1876–78 Ausstellungen beschickte, ab 1882 in München tätig, hier beeinflusst von Carl Rottmann und Eduard Schleich, unternahm in der Folge Studienreisen in die Alpen, nach Finnland und Italien, 1885 beschickte er eine Ausstellung in Zürich, es folgte ein längerer Aufenthalt in Kassel, ab 1904 Zusammenarbeit mit dem Kölner Verlag Hoursch & Bechstedt, 1904–05 in Bonn tätig, zeitweise in Gießen und Wetzlar lebend, 1912 Umzug nach Oberlahnstein, Quelle: Thieme-Becker, Vollmer, AKL, Saur "Bio-Bibliographisches Künstlerlexikon", Boetticher, Artikel zum Künstler von Sarah Traub, Busse, Brauksiepe-Neugebauer "Künstlerlexikon Rheinland Pfalz Maler und Grafiker von 1450 bis 1950", Ries und Internet.