Steingut

Katalog-Nr. 3308

Musealer Deckelhumpen

Hersteller Fayencefabrik Christoph Marx, datiert 1713, heller Fayencescherben weiß und kobaltblau gefasst, gesamte Wandung mit feiner Bemalung in blauer Scharffeuerfarbe, Darstellung einer häuslichen Genreszene, frisch gebackener Familienvater mit Stolz den Nachwuchs in der Wiege beäugend, während die erschöpfte Mutter im Bett ruht, Bemalung vermutlich vom Haus-Fayencemaler Georg Michael Tauber (der auch Christoph Marx auf einer Fayenceplatte verewigte), Malermarke wohl unter dem durchgebödeten Zinnstand, Zinnmontierung sehr aufwendig gearbeitet, auf dem Deckel erhöht gefasste Bergkristall-Linse mit reliefiertem Zinnmonogramm CM und Datierung 1713, unter dem Monogramm gelochte Erhöhung (enthielt wohl eine Information), diese an der Innenseite des Deckels geöffnet und unsauber verlötet, Griffmonturen sowie Messinggelenkabdeckungen profiliert gestaltet, große Deckelkugel komplett durchbrochen gearbeitet, sehr guter Originalzustand, dem Alter entsprechend bestens erhalten, lediglich eine Lötstelle an der Deckelinnenseite, sonst ohne Beschädigungen oder Restaurationen, Einzelstück in musealer Qualität, Fayence und Zinnbeschlag aus einer Hand, Meisterstück des Zinngießergewerbes, verkörpert Abschluss der Kandelgießerzeit und Beginn einer neuen Ära, H 26 cm. Info: Christoph Marx ab 17.09.1687 Meister, gab 1713 das Zinngießergewerbe auf und gründete 1712 die „Porcelain Fabric Nürnberg”, er vertrieb u.a. seine Krüge selbst, dieser Deckelhumpen diente vermutlich als Schauobjekt in seiner Fabrik, Quelle: Erwin Hinze, Die Nürnberger Zinngießer und ihre Marken, Band II. etc.

Limit:
8000,00 €
Zuschlag:
12500,00 €

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