Bildnis eines katholischen Würdenträgers
Brustbildnis eines Mannes in mittleren Jahren, mit Scheitelkäppchen auf weiß gepuderter Perücke, schwarzer Mozetta mit Brustkreuz über Chorhemd und kardinalsrotem Chorgewand, der Dargestellte hält in seiner rechten Hand einen Brief, auf dem die italienischen Worte "per Mario Orcini [dt.: für Mario Orcini]" gut lesbar sind, eventuell handelt es sich beim Dargestellten um den Bischof Mario I. Orsini, lasierende barocke Portraitmalerei, Öl auf Leinwand, 1. Viertel 17. Jh., unsigniert, rechts oben Wappendarstellung mit steigendem Stier über heraldischer Rose, doubliert, Altersspuren, im Goldstuckrahmen, Falzmaße ca. 73 x 61 cm. Info zu Mario I. Orsini (1564 Rom bis 1634 Tivoli): entstammte der berühmten Familie Orsini, Sohn des Barons Ulpio Orsini und der Lavinia di Giovenale, 1611–24 Berufung zum Bischof von Bisignano, 1624–34 Bischof von Tivoli, setzte sich mit juristischen und spirituellen Konflikten auseinander, insbesondere mit den Abt-Kommandataren von Subiaco, 1632 schloss er eine Konvention mit Kardinal Borghese, die die Rechte zwischen Abt und Bischof neu regelte und die bischöflichen Rechte einschränkte, Orsini starb am 15. März 1634 in Tivoli und wurde in Licenza beigesetzt, wo er die Kirche San Giovanni Battista gegründet hatte, in Tivoli restaurierte er den bischöflichen Palast, dessen Eingang noch heute seinen Namen trägt, Quelle: "Atti e Memorie della Società Tiburtina di Storia e d'Arte" (1929–30) und "Nuova Serie dei Vescovi di Tivoli".