Gisbert Palmie, "Fruchtbarer Boden"
in weiter abendlicher Sommerlandschaft lagert eine spärlich bekleidete junge Frau neben Obst, Blumen und Getreidegarben unter einem Baum, während im Hintergrund zwei nackte Knaben mit einem Ziegenböcklein auf abgeerntetem Feld tollen, die junge Frau steht für Ceres, die mystische römische Göttin des Ackerbaus und der Fruchtbarkeit und gleichwohl als Archetyp der Mutter der Buben im Fokus – sie wurde im Dritten Reich als "Deutschen Mutter" vereinnahmt und bediente somit auch propagandistische Ansprüche im Sinne der nationalsozialistischen Blut- und Boden-Politik, nach ungeprüften Vorbesitzerangaben soll es sich bei dem Gemälde um ein Geschenk des Reichskanzlers an den Stabschef Victor Lutze zur Einweihung des Guts Saltenhof in Bervergern 1938 und (neben dem GDK-Gemälde "Segen der Arbeit" von 1939 im Historischen Museum Berlin mit 145 x 285 cm) eines der größten erhaltenen Werke Palmies handeln, gering pastose Malerei mit breitem Pinselduktus, Öl auf Leinwand, links unten signiert, ortsbezeichnet und datiert "Gisbert Palmie München 1936", Altersspuren, gerahmt, Falzmaße ca. 152 x 198 cm. Künstlerinfo: auch Gisbert Palmié, dt. Maler (1897 München bis 1986 Murnau), Sohn des Landschaftsmalers Charles Palmié und der Blumenmalerin Marie Palmié (geb. Kapferer), studierte ab 1921 an der Akademie München bei Adolf Hengeler und Ludwig von Herterich, beschickte 1939–44 die Große Deutsche Kunstausstellungen im Haus der Deutschen Kunst in München, Mitglied im Reichsverband Bildender Künstler Deutschlands, 1945–57 als Portraitmaler in Garmisch-Partenkirchen, ab 1957 tätig in Atlanta (USA), schuf hier unter anderem Portraits von US-Präsident John F. Kennedy und Lyndon B. Johnson, Quelle: Thieme-Becker, Saur "Bio-Bibliographisches Künstlerlexikon", Bruckmann "Münchner Maler des 19./20. Jh.", Davidson, Dressler, Matrikel der Münchner Akademie und Wikipedia.