Maler der Cusco-Schule, Erzengel Rafael
Darstellung des in prächtige spitzenbesetzte spanische Gewänder und üppig mit Federn geschmückten Hut gekleideten Erzengels Rafael, eine Hellebarde in der rechten Hand haltend, für die Cusco-Schule des 17./18. Jh. typisches Motiv des „Kriegerengels" oder auch "Rafael el Medicinadi [dt.: Rafael der Heiler]", die Cusco-Schule (Escuela cuzqueña de pintura] geht auf die Bestrebung der Katholischen Kirche nach der Eroberung Perus zurück, die Ureinwohner zum Christentum zu bekehren, 1583 kam der italienische Maler und Jesuit Bernardo Bitti (1548-1610) nach Cusco [oder Cuzco], um Bildwerke für die von Erdbeben zerstörten Kirchen der Stadt zu schaffen, zu dem sich weitere europäische Maler gesellten, die die heimische Bevölkerung in ihrem manieristischen Stil unterrichteten, die indigenen Maler kombinierten die Motive mit Elementen ihrer Kultur und ließen so die heute typischen Motive des Cusco-Schule entstehen, welche ihre Blüte im 17/18. Jh. hatte, gering pastose, volkstümlich-religiöse Malerei der peruanischen Ureinwohner, Öl und Goldhöhung auf Leinwand, wohl 18. Jh., unsigniert, neuzeitlich lose auf Platte aufgezogen, Altersspuren, schön neuzeitlich in Goldstuckleiste gerahmt, Falzmaße ca. 59 x 41 cm.