Sächsische Künstler

Lot-No. 3850

Willem van Honthorst, attr., "Söhne des Kurfürsten"

Darstellung dreier herrschaftlich gekleideter Knaben mit straußenfedergeschmückten Baretten in der höfischen Mode des 16. Jh. mit ihren Hunden und mit Jagdutensilien, der mittlere im roten Wams trägt einen Jagdfalken auf dem Arm – die Beizjagd symbolisierend, der Knabe im gelben Wams trägt eine Flinte und der dritte, mit Jagdhorn und geschultertem Spieß mit erlegtem Fuchs, steht für die Parforcejagd, links unten ist, verkleinert, eine unbekannte, schwarz gekleidete Frau mit Gebetsbuch und Rosenkranz dargestellt, ihre rechte Hand auf einem Totenkopf ruhend, laut Überlieferung soll es sich hier um die drei Söhne des Kurfürsten Johann Friedrich I. von Sachsen genannt Friedrich der Großmütige (1503 Torgau bis 1554 Weimar) handeln – also den künftigen Herzögen von Thüringen Johann Friedrich II. dem Mittleren (1529–1595), Johann Wilhelm I. (1530–1573) und schließlich Johann Friedrich III. dem Jüngeren (1538–1565), laut Vorbesitzerinfo soll das Gemälde von Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg (1620–1688) in Auftrag gegeben worden sein und von diesem 1655 dem Herzog von Sachsen-Altenburg für den Jagdsaal des Jagdschlosses "Zur fröhlichen Wiederkunft" (welches von Friedrich dem Großmütigen 1548–50 erbaut worden war) in Wolfersdorf bei Stadtroda in Thüringen geschenkt worden sein, hier blieb das Gemälde bis 1951, als es vom letzten Herzog Ernst II. von Sachsen-Altenburg (1871–1955) an den Kunstsalon Franke-Leipzig in Baden-Baden verkauft wurde, laut dessen Erklärung verkaufte der Kunstsalon das Gemälde 1960 an "Prof. Then Bergh", fein lasierende barocke, historisierende Genremalerei mit feinst ausgeführten Portraits der drei Knaben und trefflich erfasster Stofflichkeit von Waffen und Kleidung, Öl auf Leinwand, um 1650, unsigniert, rückseitig Nummernetikett "45" und zwei weitere, fragmentarisch erhaltene unleserliche Etiketten, des Weiteren angehängt zwei laminierte Schriftstücke mit alter Erklärung des "Kunstsalon Franke-Leipzig Baden-Baden ..." wohl von 1960 sowie neuzeitlichen Infos zum Gemälde, doubliert, Altersspuren, gerahmt, Falzmaße ca. 130 x 170 cm. Künstlerinfo: auch Guglielmo van Honthorst, niederländischer Historien- und Portraitmaler sowie Kopist (1594 oder 1604 Utrecht bis 1666 Utrecht), Sohn und Schüler des Tuchmalers Herman Gerritszoon van Honthorst, Schüler von Abraham Bloemaert (1564–1651) und auch Schüler seines älteren Bruders, des Historien-, Genre- und Portraitmalers sowie Radierers Gerrit (Gerard) van Honthorst (1590 Utrecht bis 1656 Utrecht), arbeitete mit seinem Bruder dessen umfangreichen Aufträge ab und fertigte Kopien, 1637 mit Gerrit Übersiedlung nach Den Haag, 1638 Reise nach England, um Gerrits Werke auszuliefern, 1643 Eheschließung in Den Haag, Ende 1646 nach Berlin berufen und Anfang 1647 für sechs Jahre zum brandenburgischen Hofmaler des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm (1620–1688) ernannt, hier bis September 1664, mit Unterbrechungen (z.B. 1650 in Utrecht), als Hofmaler tätig, schuf hier vor allem Bildnisse des Kurfürsten, seiner Frau und seiner Kinder, anschließend wieder in Utrecht, Quelle: Thieme-Becker, Saur "Bio-Bibliographisches Künstlerlexikon", Wurzbach, Müller-Singer, Seubert, Bernt, Nagler und Internet.

Limit:
5600.00 €

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