Adolf Seel, Mönche in der Grabeskirche Jerusalem
Prozession aus Franziskanermönchen, mit Kerzen in den Händen, aus der Kapelle der Kreuzauffindung in die St. Helena-Kapelle aufsteigend, die historische Darstellung zeigt den Zustand der auch als Grigor-Kapelle bezeichneten Krypta vor der Restaurierung und Umgestaltung von 1950, stimmungsvoll, dazu feinst detailreich und nahezu fotorealistisch wiedergegebene Genre- und Architekturmalerei, hierzu schreibt Müller-Klunzinger (1870) "... Er gehört zu den bedeutendsten Architekturmalern der Gegenwart, dessen Werke nicht nur technisch meisterhaft durchgeführt, sondern auch von Poesie durchdrungen sind. ...", Mischtechnik (Aquarell und Gouache) auf Karton, links unten signiert und datiert "A. Seel 1882", sehr schön hinter Glas gerahmt, Falzmaße ca. 67 x 50,5 cm. Künstlerinfo: eigentlich Adolph Wolfgang Seel, dt. Genre- und Architekturmaler sowie Orientalist (1829 Wiesbaden bis 1907 Dillenburg), studierte 1843-49 an der Düsseldorfer Akademie bei Rudolf Wiegmann und Karl Ferdinand Sohn, unterhielt Freundschaft zu Ludwig Knaus, Carl Friedrich Lessing und Wilhelm Busch, bereits während des Studiums portraitierte ihn Anselm Feuerbach, 1852 ein Jahr Weiterbildung in Paris, schließlich freischaffend in Düsseldorf, 1862-64 Studienreise nach Italien (Venedig), 1870-71 Studienreise nach Spanien (Granada), Portugal und Nordafrika, 1873-74 Studienreise in den Orient nach Palästina (Jerusalem) und Ägypten (Kairo), 1878-1907 Gründungsmitglied des Düsseldorfer Künstlervereins "Malkasten", Mitglied im Verein Düsseldorfer Künstler, durch seine Reisen ins maurische Spanien und den Orient förderte er als Orientalist maßgeblich die Orientrezeption in Deutschland, er organisierte 1876 mit Bernhard Fiedler eine Ausstellung "historische Ausstellung des islamitischen Orients" im Museum für angewandte Kunst in Wien, für das ab 1878 herausgegebene zweibändige Werk "Aegypten in Bild und Wort" von Georg Ebers schuf er zahlreiche Beiträge, 1869 Ehrung mit dem preußischen Kronenorden IV. Klasse, 1876 Erzherzog-Carl-Ludwig-Medaille und die Große Goldene Medaille der Stadt Wien, 1878 Kleine Goldene Medaille in Berlin, 1887 Preisdiplom der Dresdner Aquarellisten, Ehrenmitglied der belgischen Société royale belge des aquarellistes [Königliche Belgische Gesellschaft der Aquarellisten] Brüssel, Quelle: Thieme-Becker, Saur "Bio-Bibliographisches Künstlerlexikon", Boetticher, Müller-Singer, Seubert, Müller-Klunzinger, Nagler, Bruckmann "Lexikon der Düsseldorfer Malerschule", Schülerlisten der Düsseldorfer Akademie und Internet.