Varia - Vermischtes

Katalog-Nr. 557

Barocker Schwurschädel

datiert 1788, menschliche Schädelkalotte, das Dach graviert mit zentralem Kelchmotiv, welches von Sonnen- und Mondsymbolen flankiert wird, gerahmt von alchemistischen und okkulten Symbolen auf dunkel gefasstem, gedreht geripptem Holzfuß montiert, kunst- und kulturhistorisch relevantes Wunderkammer-Artefakt des Barock, das Gralsmotiv verweist dabei möglicherweise auf einen Zusammenhang zum spirituellen und aufklärungskritischen Orden der Rosenkreuzer, die den Kelch nicht als physisches Objekt sondern als spirituelles Symbol für die Transformation des Menschen betrachteten, Altersspuren, Erhaltungsmängel, H 40 cm. Info: Bereits im Mittelalter wurden Schwurschädel als Objekte der Gerichtsbarkeit genutzt, Femegerichte erreichten den Höhepunkt ihrer Macht im 15. Jahrhundert und nahmen immer mehr den Charakter von straff organisierten Geheimbünden der "Wissenden" an, die durch Eid zu unbedingter Verschwiegenheit verpflichtet waren, aufgrund der zunehmenden Heimlichkeit des Verfahrens und der umgehenden Vollstreckung gefällter Todesurteile verbreitete sich Furcht und Schrecken vor der Feme, das letzte "Heimliche Gericht" wurde 1806 abgehalten, Schwurschädel fanden so auch in den Wunderkammern ihren Platz, Quelle: Georg Laue, Memento Mori, S. 168, und Internet.

Limit:
2800,00 €
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