Ödön Marffy, attr., Alte Frau beim Nähen
Blick ins Interieur, mit alter Frau auf einem Sessel unter einer Stehlampe, in die Handarbeit vertieft, skizzenhaft-flott erfasste Mischtechnik (Bleistift, Kohle und Pastellkreide) auf grau getöntem Papier, Mitte 20. Jh., rechts oben undeutlich wohl signiert "Marffy ...", rückseitig je fragmentarischer ungarischer und italienischer Stempel auf der Blattkante, etwas unprofessionell in altes Passepartout montiert, hier rückseitig Aufkleber "Artbureau Budapest – H. – 1390 Budapest 62, No 167. Münnich F. U. 31 – Hungary Hongrie Ungarn", hier auch in Bleistift betitelt "Alte Frau beim Nähen" und ungarischer Ausfuhrstempel "Kivitelre engedélyezve MNG [dt.: Für den Export zugelassen MNG]", Alters- und Montierungsspuren, hinter Glas im Rahmen mit privater Widmung von "Erika und Werner" von 1978 gerahmt, Passepartoutausschnitt ca. 30 x 23 cm. Künstlerinfo: eigentlich Ödön Márffy, dt. Edmund Marffy, ungarischer Maler, Zeichner und Graphiker (1878 Budapest bis 1959 Budapest), zunächst künstlerisch gebildet in Ungarn, 1902–06 mit Stipendium des Hauptstädtischen Rates Studienaufenthalt in Paris, hier Schüler von Jean-Paul Laurens an der Académie Julian, schließlich vierjähriges Studium an der Beaux-Arts de Paris bei Fernand Cormon, in Paris Hinwendung zur Moderne, beeinflusst durch die Kunst der Fauves und von Henri Matisse, Vincent van Gogh, Paul Cézanne und Pierre Bonnard, in Paris Bekanntschaft mit avantgardistischen ungarischen Künstlern und Bekanntschaft mit dem Komponisten Béla Bartók und dem Dichter Endre Ady, beschickte 1906 den Salon d’Automne, 1906 Rückkehr nach Budapest, hier erhielt er nach einer Ausstellung den „Franz Joseph Krönungsjubiläum-Preis“, der ihm einen Aufenthalt in Italien und Dalmatien ermöglichte, 1908 mit Károly Kernstok in Neudorf an der Donau, Gründungsmitglied der Künstlerorganisation "MIÉNK [Magyar Impressionisták és Naturalisták Köre – Kreis Ungarischer Impressionisten und Naturalisten]", 1909 Gründungsmitglied der ungarischen Avantgardekünstlergruppe "Die Acht [ungarisch: Nyolcak]", 1924 Gründungsmitglied und 1927–37 Präsident der KUT [Neue Gesellschaft Bildender Künstler], 1928 Reise in die USA und Ausstellung in New York und Washington, beschickte unter anderem Ausstellungen des „Kölner Sonderbundes“, der "Berliner Sezession", des "Wiener Künstlerhauses" und 1933 die Münchener Galerie Heinemann, nach 1945 Repressalien wegen Verweigerung der Anpassung an den "sozialistische Realismus", 1956 Rehabilitation und 1958 Retrospektive im Ernst-Museum in Budapest sowie Ehrung als "Verdienter Künstler der Ungarischen Volksrepublik", tätig in Budapest, Quelle: Thieme-Becker, Vollmer, Saur "Bio-Bibliographisches Künstlerlexikon" und Internet.