Erich Erler-Samaden, Theatiner Kirche in München
Winterabend mit wenigen Passanten in der verschneiten Theatinerstraße, vor der Kulisse Theatinerkirche genannten barocken Hof- und Stiftskirche "St. Kajetan und Adelheid", vor blassrosa Himmel der Dämmerung, stimmungsvolle, gering pastose Malerei mit breitem Pinselduktus in fein abgestimmter dezenter Farbigkeit, Öl auf Leinwand , um 1910, rechts unten signiert "Erler-Samaden", rückseitig auf dem Keilrahmen Reste des originalen Künstleretiketts – hier lesbar "E ... (Theatinerkirche) ...", auf der Leinwand unleserlich gestempelt, geringe Altersspuren, schön gerahmt, Falzmaße ca. 80 x 60 cm. Künstlerinfo: nannte sich zwischen 1898 und 1908 auch „Erich Erler-Samaden“ zur Unterscheidung von seinem berühmten Bruder Fritz Erler, dt. Maler, Entwerfer, Illustrator, Plakatkünstler, Kunstgewerbler und Schriftsteller (1870 Frankenstein/Schlesien [Ząbkowice Śląskie] bis 1946 Ickring), ab 1987 Lehre zum Buchdrucker und Schriftsetzer in Breslau [Wrocław], 1890 Umzug nach Schweidnitz [Świdnica] und hier als Zeitungsredakteur tätig, 1892–93, gefördert vom jüdischen Arztehepaar Neisser, Schüler der Kunst- und Gewerbeschule Breslau bei Albrecht Peter Bräuer, 1893–97 tätig als Buchdrucker und Schriftsetzer in Breslau, 1897 Zeitungskorrespondent in Paris, parallel autodidaktisch weitergebildet, in Paris Erkrankung an Tuberkulose, 1897 Übersiedlung nach München, 1898 krankheitsbedingter Umzug nach Samaden (Samedan) im Engadin, hier gefördert von dem Arzt und Kunstsammler Dr. Oskar Bernhard, Hinwendung zu Malerei und beeinflusst von Giovanni Segantini, ab 1903 wieder zeitweise in München und Mitarbeiter der Münchner Zeitschrift „Jugend“, regelmäßige Sommeraufenthalte in Holzhausen am Ammersee und im Engadin, Mitglied der Münchner Vereinigung für Angewandte Kunst und 1901–11 Mitglied der Künstlergruppe „Die Scholle“, mit der er ab 1901 im Glaspalast München ausstellte, 1902 Ankauf eines Gemäldes durch die Münchner Pinakothek, 1910 Goldmedaille in München, nach 1912 Mitglied der Münchner Sezession, trotz Lungenleidens 1914 Kriegsfreiwilliger als Kriegsmaler im 1. Weltkrieg, dessen Erleben ihn tief erschütterte, 1916 Ernennung vom bayerischen König zum Honorarprofessor, nach dem Krieg Rückzug nach Icking im Isartal und zeitweise als Landwirt tätig, ab 1921 Professur in München, in den 1920er Jahren Vorstandsmitglied des Künstlerbunds "Die Türmer", Mitglied im Deutschen Künstlerbund Weimar, beschickte zahlreiche Ausstellungen, unter anderem die Berliner Sezession, die Kunstausstellungen in Dresden und Düsseldorf sowie 1938–44 die Große Deutsche Kunstausstellung im Haus der Deutschen Kunst München, im August 1944 Aufnahme in die "Gottbegnadeten-Liste", tätig in Samaden und Icking, Quelle. Thieme-Becker, Vollmer, AKL, Saur "Bio-Bibliographisches Künstlerlexikon", Dressler, Bruckmann "Münchner Maler des 19./20. Jh.", Müller-Singer, Brun, Davidson, Jansa, Prestel "Die Scholle", Gottfried Fellner und Internet.