Friedrich Gauermann "Ricke und Rehkitz"
am Bach mit ihrem Nachwuchs liegende Ricke, in idyllischer felsiger Umgebung mit allerlei Wildwuchs, im Hintergrund, im Dunst und Wolken verschwindende Bergkette, zu der Bildauffassung schreibt Thieme-Becker: (nach Studienwanderungen wollte Gauermann als einer der Ersten) "...nicht mehr nur die durch „Staffage“ belebte Vedute malen, die noch seinem Vater als höchstes Kunstideal galt, sondern den lebendigen Naturausschnitt, in dem Landschaft, Mensch u. Tier zum einheitlichen, Kunstganzen verschmelzen sollten.", mit spitzem Pinsel detailreich ausgeführtes Gemälde mit gekonnter Behandlung des Lichts, Öl auf Leinwand und alt doubliert, um 1830–40, links unten signiert "F. Gauermann", dezentes Craquelure und alt retuschiert, in breiter, tief gekehlter vergoldeter Leiste der Zeit gerahmt (mit leichten Erhaltungsmängeln), Falzmaße ca. 53 x 43 cm. Künstlerinfo: eigentlich Friedrich August Matthäus Gauermann, bedeutender österreichischer Maler, Zeichner und Graphiker (1807 Scheuchenstein/Miesenbach bis 1862 Wien), Sohn des Malers, Zeichners und Kupferstechers Jakob Gauermann (1772–1843), zunächst zum Kaufmann bestimmt, ab 1821 Schüler seines Vaters und seines Bruders Carl Gauermann (1804–1829), 1824–27 Schüler der Wiener Akademie bei Joseph Mössmer und Joseph Rebell, weitestgehend jedoch autodidaktische Ausbildung auf Wanderungen durch die Steiermark, Salzburg und Tirol, beeinflusst durch seine Künstlerfreunde Joseph Höger, Johann Fischbach, Joseph Feid und Anton Hansch, unternahm Studienreisen ins Salzkammergut, nach Dresden und München, ab 1836 Mitglied der Wiener Akademie, 1838 Reise nach Venedig, ab 1840 Mitglied des Münchner Kunstvereins, 1845 Ehrung mit dem Luxemburgischen Orden der Eichenkrone durch König Wilhelm II. der Niederlande, 1848 Ehrenbürger der Stadt Wien und ausgedehnte Studienreise nach Venedig, Padua, Verona, Mailand und Tirol, beschickte 1855 die Pariser Weltausstellung, 1861 Mitglied des Wiener Künstlerhauses, tätig in Wien und Miesenbach, Quelle: Thieme-Becker, Saur "Bio-Bibliographisches Künstlerlexikon", Andresen "Die deutschen Maler-Radirer ...", Wikipedia, Allgemeine Deutsche Biographie, Wurzbach, Boetticher, Müller-Singer, Seubert, Müller-Klunzinger, Nagler und Wikipedia.