Gemälde

Katalog-Nr. 4060

Gustave Courbet, d Ètretat

um 1866 weilte Courbet, aus Frankfurt kommend, zunächst in Trouville-sur-Mer, wo er James McNeill Whistler begegnete und reiste nach Étretat an die Ärmelkanal-Küste der Normandie, hier traf er den jungen Claude Monet und schuf das Gemälde "Die Klippen von Étretat nach dem Sturm", auf dem er die berühmten Kreideklippen mit der markanten Felsformation "Porte d’Aval" verewigte und die er, wie Monet und andere Künstler, in der Folge immer wieder im Bild fest hielt, mehrere Varianten des Motivs von der Hand Courbets sind aus den Jahren 1866 bis 1870 bekannt, die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe verwahrt das Gemälde von Gustave Courbet "Strand von Etretat", welches mit 1869 datiert ist und dem hier vorliegenden Gemälde sehr nahe kommt, unser Bild zeigt den Kreidefelsen bei stürmischer See mit an den Strand brechenden Wellen und zwei kleinen Segelbooten auf dem Meer, unter effektvoll bewölktem Abendhimmel, stimmungsvolle, gering pastose Malerei teils in Spachteltechnik, Öl auf Leinwand, um 1869, links unten signiert "G. Courbet", rückseitig unscheinbare Annotation "Kuball", laut Hamburger Vorbesitzer stammt das Gemälde aus der Hamburger Familie Kuball, von der vier alte Dokumente dem Bild beigegeben sind, sekundär auf Pressspantafel aufgezogen, Altersspuren, im sehr schön passenden Impressionisten-Rahmen gefasst, Falzmaße ca 40 x 56 cm. Künstlerinfo: eigentlich Jean Désiré Gustave Courbet, frz. Maler und Lithograph (1819 Ornans bis 1877 La Tour de Peilz), ab 1837 Gymnasium in Besançon, hier künstlerische Förderung durch Pére Baud aus Ornans und Schüler der privaten Zeichenschule von Charles-Antoine Flajoulot, ab 1840 Studium der Rechtswissenschaften in Paris, parallel autodidaktische künstlerische Ausbildung im Louvre und gefördert von Carl von Steuben und Nicolas-Auguste Hesse, in den 1840ern erste Ausstellungen im Pariser Salon, 1844 gänzliche Hinwendung zur Malerei, hielt Kontakt zu Charles Baudelaire, Pierre-Joseph Proudhon und Max Buchon, Anfang der 1850er Jahre, gefördert von Alfred Bruyas, Errichtung des Pavillons du Réalisme, neben seiner provokanten Malerei war Courbet politisch aktiv und vertrat demokratische bzw. anarchistische Positionen, unternahm Studienreisen durch Deutschland, mit längeren Aufenthalten in Frankfurt am Main und München und nach Österreich (Wien), zeitweise in Trouville-sur-Mer, hier Freundschaft mit James Mc Neill Whistler, später in Étretat Bekanntschaft mit Claude Monet, befreundet mit Jean-Jacques Henner und Puvis de Chavannes, 1871 Mitglied des Stadtrats der Pariser Commune, verantwortete die Zerstörung der Colonne Vendôme, weshalb er nach der Zerschlagung der Commune 1872 zu sechs Monaten Gefängnis und 500 Francs Geldstrafe sowie 1875 zum Wiederaufbau der Säule für 335.000 Francs verurteilt wurde, floh nach Klinikaufenthalt in Neuilly-sur-Seine 1875 vor seinen Gläubigern in die Schweiz nach La Tour-de-Peilz am Genfersee und verbrachte dort seine letzten Lebensjahre verschuldet im Exil, gilt als einer der Hauptvertreter der realistischen Malerei in Frankreich, Quelle: Thieme-Becker, Saur "Bio-Bibliographisches Künstlerlexikon", Bénézit und Wikipedia.

Limit:
2000,00 €

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