Egon Schiele, Bronzebüste Selbstportrait
Entwurf 1917, Ausführung 1925/28, unsigniert, nicht nummeriert und ohne Gießerstempel, das Stück stammt aus dem Nachlass eines Verwandten des Besitzers der Gießerei Karl Frank in Wien, wo es auch gegossen wurde, das Original aus Terrakotta wurde höchstwahrscheinlich bei der Anfertigung von späteren Güssen zerstört, bei dem vorliegenden Stück handelt es sich um einen der ersten Güsse dieses Entwurfs, laut Aussage des Einlieferers wurden zu dieser Zeit lediglich drei Bronzegüsse angefertigt, von denen einer in der Gießerei verblieb, die Patina weist Altersspuren und kleine Fehlstellen auf und ist etwas grünspanig, H 28 cm. Provenienz: Diese Skulptur stammt aus dem Nachlass Johann Baptist Frank, er war der Bruder des Gründers der Gießerei Frank, Josef Frank und Onkel von dessen Nachfolger Karl Frank, er absolvierte seine Lehre zum Bronzegießer in der Gießerei, bevor er Dirigent in München wurde. Künstlerinfo: österreichischer Maler, Grafiker und seltener auch Bildhauer (1890 Tulln a. d. Donau bis 1918 Wien), sein künstlerisches Talent zeigt sich schon in der Kindheit, er wird an der Wiener Kunstgewerbeschule abgelehnt und beginnt daraufhin im Alter von 16 Jahren ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste, ab 1907 beginnt er eine Freundschaft mit Gustav Klimt, seine Werke sind von Einflüssen des Impressionismus und Wiener Secessionismus geprägt, er zeigt im Rahmen der Neukunstgruppe, deren Mitbegründer er ist, Werke auf der Internationalen Kunstschau in Wien 1909, durch seine zunehmenden Konflikte mit der künstlerischen Ausrichtung der Akademie der Bildenden Künste verlässt er sie und wird fortan von Freunden, Sammlern und Kunstkritikern gefördert, seine Kunst wendet sich 1910 zum Expressionismus und er zieht sich folgend aus Wien zurück und übersiedelt in den kleinen Ort Krumau, später nach Neulengbach, in beiden Orten nimmt man jedoch an seinem Lebensstil und an seiner Kunst Anstoß, was in einem kurzen Aufenthalt in Untersuchungshaft gipfelt, dieser beeinflusst seine Kunst nachhaltig und er zieht 1912 zurück nach Wien, in den Jahren des Krieges trifft er auf wohlwollende Vorgesetzte, die ihm immer auch sein künstlerisches Schaffen ermöglichen, er schuf fast Zeit seines Lebens sich immer thematisch oder künstlerisch entwickelnde Arbeiten, stellte auf zahlreichen, teils auch Einzelausstellungen aus und wurde durch Gönner und besonders durch die lebenslange Unterstützung Gustav Klimts immer wieder wohlwollend in der Wiener Gesellschaft aufgenommen. Quelle: Webseite Lebendiges Museum Online, Deutsches Historisches Museum, Berlin; Webseite Jane Kallir Research Institute sowie Wikipedia.