Feiner Kabinettschrank Renaissance
wohl Augsburg, um 1600, Korpus in Esche, Pflaume und Mahagoni auf Buche furniert, feine Intarsien aus verschiedenen Edelhölzern, teils farbig gebeizt und brandschattiert, Kantenschutz aus fein ziseliertem Eisenblech, klappbare Front, dahinter Inneneinrichtung mit zehn Schüben und einer Tür, davon zwei verschließbar, zehn zum Teil angedeuteten Schüben mit intarsierten Architekturszenen mit Ruinen verziert, Deckelinnenseite mit Stillleben aus verschiedenen Musikinstrumenten, floral gerahmt, klappbarer Deckel, restauriert, originales Schloss, Schlüssel und Beschläge, Maße 39 x 51 x 33 cm. Info: Das Renaissance-Kabinett gehört mit seinem prunkvollen Dekor aus intarsierten Ruinenlandschaften und Musikalien-Stillleben zu den Spitzenerzeugnissen süddeutscher Kunsttischlerei in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, als prächtiges Reisemöbel diente es der Aufbewahrung von wertvollen Dokumenten, Papier, Schreibutensilien, Münzen und auch Kleinodien, die der Besitzer meist Adlige auf ihren Reisen mit sich führten. Quelle: Kreisel-Himmelheber, Die Kunst des deutschen Möbels, Bd. I, S. 225; H. Flade, Intarsia - Europäische Einlegekunst aus sechs Jahrhunderten, Dresden/München 1986 sowie H. Michaelsen/R. Buchholz, Vom Färben des Holzes. Holzarbeiten aus der Antike bis zur Gegenwart, Petersberg 2006.