im kargen gotischen Interieur sitzender älterer Mann mit hellwachem, zum Himmel gerichtetem Blick, umgeben von Globus, ägyptisch anmutenden Artefakten wie einem Steinblock mit Hieroglyphen, einigen Büchern und großer Büchse mit Münzen zu seinen Füßen, auf seinem Schoß ein großformatiges aufgeschlagenes Buch, mit spitzem Pinsel ausgeführte miniaturhafte Malerei, Gouache/Tempera auf Papier, rechts auf dem Steinsockel signiert und datiert "J. Hoch fec. Z 1790", das Gemälde reiht sich einer Folge von mindestens zwei weiteren Bildern aus dem gleichen Jahr ein (Der Alchemist, Jude im Interieur), auf Rahmenrückseite altes Besitzetikett, Messingschild auf Rahmen "J. Jacob 1790", rechts unten Kratzer und partiell leicht berieben, hinter Glas in alter Leiste gerahmt, Falzmaße ca. 36,5 x 28,5 cm. Künstlerinfo: dt. Maler (1750 Mainz bis 1829 Mainz), mit seinem Bruder zur Ausbildung durch Kurfürst Friedrich Karl v. Erthal in Ausland geschickt, ab 1778 in Wien und ab 1783 in Paris ansässig, 1788 Rückkehr nach Mainz, Quelle: Thieme-Becker.
Katalog-Nr.: 3650
Limit: 2400,00 €, Zuschlag: 0,00 €
eigentlich Johann Friedrich Leberecht Reinhold, Bildnis des stehenden Heinrich XLVIII. Graf Reuß zu Köstritz in Uniform als königlich bayerischer Oberst, Gouache und Graphit auf Papier, Ende 18. Jh., auf der Rahmenrückseite altes Klebeetikett und hier bezeichnet "Graf Heinrich 48/Reuss=Koestritz/geb. dem 25. Januar 1759/gestorben dem 13. Juni 1825/Mein Großvater Clemens von Kiefenroetter", weiterhin neuzeitliche Zuschreibung "J. F. L. Reinhold", im linken Bereich Einriss und schwacher Wasserfleck, hinter ovalem Passepartout hinter Glas im vergoldeten Ovalrahmen der Zeit (etwas berieben), Passepartoutausschnitt ca. 26,5 x 20,5 cm. Künstlerinfo: eigentlich Johann Friedrich Leberecht Reinhold, dt. Portraitmaler (1744 Neustadt an der Orla bis 1807 Gera), Lehre des Malerhandwerks in Zeitz bei Johann Gottfried Krippendorff, ab 1773 als Bürger und Maler in Gera verzeichnet, lebte nach dem Stadtbrand von Gera, 1777 Graf Heinrich XXIV. Reuß jünger Linie beauftragte ihn aus Anlass der Heirat seiner Tochter mit einer Reihe von Bildnissen, ab 1780 in Schleiz, ab 1873 wieder in Gera ansässig und belieferte die Grafen von Reuß-Gera und verschiedene Fürstenhäuser mit seinen Portraits, seine Söhne wurden ebenfalls Maler, Quelle: Thieme-Becker, „Reinhold – Die Geraer Malerfamilie“ und Wikipedia.
Katalog-Nr.: 3651
Limit: 500,00 €, Zuschlag: 0,00 €
leicht lächelnde junge Frau mit Lorbeerkranz in ihrem gelockten Haar, eine schwarze Maske in der Hand haltend, fein nuancierte Portraitzeichnung mit gekonnter Behandlung der Stofflichkeit, Pastell, um 1800, am rechten Blattrand einige Einrisse, hinter Glas ansprechend in Goldstuckleiste gerahmt (gering bestoßen), Sichtmaße ca. 41 x 30 cm.
Katalog-Nr.: 3652
Limit: 200,00 €, Zuschlag: 220,00 €
stilisiertes Epitaph mit dem Portrait des lutherischen Theologen und Reformators Martin Chemnitz, mit Buch in seinen Händen und bergiger Ideallandschaft im Hintergrund, im unteren Bereich bezeichnet "Martinus Chemnitius Th. D./Super Intendens Brun Suicensis Natg Brieze (Treuenbrietzen) Ao 1522 Denatg. Bruns. (Braunschweig) Ao 1586.", Aquarell/Deckfarben und Tusche auf Papier,18. Jh., gebräunt und fleckig, rückseitige Montagespuren etwas durchschlagend, unter Passepartout und hinter Glas gerahmt, Passepartoutausschnitt ca. 35 x 25 cm.
Katalog-Nr.: 3653
Limit: 120,00 €, Zuschlag: 0,00 €
Blick von oben auf das Haupt einer jungen Frau mit akkurat zusammengebunden Haaren, mit sicherem Strich ausgeführte Portraitzeichnung mit gekonnter Behandlung des Lichts, Rötel und Graphit auf Bütten und auf altes Bütten geheftet, wohl Frankreich, 1. Hälfte 18. Jh., altersspurig und zwei dunkle Flüssigkeitsflecke, zwischen zwei Scheiben gerahmt, Blattmaße ca. 24 x 24,5 cm.
Katalog-Nr.: 3654
Limit: 280,00 €, Zuschlag: 850,00 €
sich abstützender nackter junger Mann mit längerem Haar, klassische Komposition, welche an antike Vorbilder anknüpft, Mischtechnik (Pastell und Graphit) auf gröberem Bütten, rechts unten monogrammiert und datiert "J. H. T. 1763", auf Passepartout Etikett und hier ungeprüfte Zuschreibung "Tischbein 1722-1785", hinterlegte Einrisse im Randbereich, braunfleckig und leicht berieben, unter Passepartout und hinter Glas gerahmt, Passepartoutausschnitt ca. 28 x 37,5 cm.
Katalog-Nr.: 3655
Limit: 390,00 €, Zuschlag: 420,00 €
belebte Hafenszene mit einlaufendem Segelschiff, mit lockeren Strich ausgeführte Tuschezeichnung mit partiellem Aquarell, 2. Hälfte 18. Jh., im unteren Bereich von fremder Hand bezeichnet "Stettin", auf der Rahmenrückwand ungeprüfte Zuschreibung "... Johann (F)Philip Korn. ..."unter Passepartout und hinter Glas gerahmt, Passepartoutausschnitt ca. 21 x 33 cm.
Katalog-Nr.: 3656
Limit: 120,00 €, Zuschlag: 260,00 €
von Vegetation umgebener, am Wegesrand stehender Brunnen mit Marienbildnis, Graphit und dezente Aquarellfarben auf Papier, um 1850, auf der Rückseite Stempel "Eduard Agricola Nachlass 1800-1877", leicht gebräunt und fleckig sowie geringe Knitterspuren, unter Passepartout und hinter Glas gerahmt, Passepartoutausschnitt ca. 34 x 45 cm. Künstlerinfo: eigentlich Fritz Rudolf Eduard Agricola, dt. Landschaftsmaler und Zeichner (1800 Berlin bis 1877 Karlsruhe), 1818-26 Studium der Malerei an der Kunstakademie Berlin, nachfolgend bis 1830 in München und Salzburg ansässig, 1830-50 in Rom und Neapel ansässig, 1845 Mitbegründer des Deutschen Künstlervereins in Rom, in den 1840er Jahren für Carl und Albrecht von Preußen tätig, ab ca. 1850 wieder in Deutschland ansässig, beschickte 1873 die Weltausstellung in Wien, Quelle: Thieme-Becker, Boetticher, AKL und Wikipedia.
Katalog-Nr.: 3657
Limit: 180,00 €, Zuschlag: 0,00 €
Blick auf einen durch eine italienische Altstadt fließenden Fluss mit Wasserfall und im Hintergrund steil aufragende Berge, Gouache und Aquarell auf Papier, Ende 1900, links unten signiert "G. Battista", rückseitig nicht korrekte Ortsangabe, unter Passepartout und hinter Glas gerahmt, Passepartoutausschnitt ca. 32 x 16 cm.
Katalog-Nr.: 3658
Limit: 120,00 €, Zuschlag: 130,00 €
das weite stille Meer mit imposanter, von Naturgewalten zerklüfteter Küste, im Vordergrund einsamer junger Mann, Gouache auf Papier, um 1900, rechts unten signiert und verdeckte Datierung "O. Blum...", hinter Glas gerahmt, Falzmaße ca. 34 x 49 cm.
Katalog-Nr.: 3659
Limit: 20,00 €, Zuschlag: 40,00 €
breites Tal mit gemächlich dahinfließendem Fluss und einigen Häusern vor steil aufragendem Berg, bevölkert wird die Szenerie von einigen Reitern und Wanderern, nuancierte Bleistiftzeichnung mit gekonnt gesetzten Lichtern in weißer Kreide auf Papier, rechts unten ligiertes Monogramm und datiert "GD 1801", Papier gleichmäßig gebräunt, kaum merklich berieben und rückseitig zwei geglättete Faltspuren, unter Passepartout montiert, Blattmaße ca. 19 x 28,2 cm. Künstlerinfo: dt. Maler und Zeichner (1759 Gmain bei Dorfen bis 1841 München), ab 1779 Studium der Theologie an der Universität Ingolstadt, 1782 Weihe zum Priester, 1790 als kurfürstlicher Bilder-Galerie-Inspektor verbeamtet, Ende des 18. Jh. vorwiegend als Mal- und Zeichenlehrer an verschiedenen Adelshöfen tätig, nachfolgend Reisebegleiter diverser Adliger auf ihren Italienreisen, Anfertigung zahlreicher Wolkenstudien, welche die Grundlage zur wissenschaftlichen Klassifikation der Wolken bilden, 1808 Erhebung in den Adelsstand, 1808–14 Professor für Landschaftsmalerei an der Akademie in München, Quelle: Thieme-Becker, Nagler, Allgemeine Deutsche Biographien und Wikipedia.
Katalog-Nr.: 3660
Limit: 300,00 €, Zuschlag: 300,00 €
detailreiche, wenn auch etwas statisch wirkende Darstellung einer Villa mit Vorplatz und Gartenlaube, Bleistift auf Papier, unter der Darstellung in Blei rechts signiert „E. Gronau fec." und links "Berlin d. 1. Oct. 1876", gebräunt und minimal fleckig, unter Passepartout (beschädigt) montiert, Darstellungsmaße ca. 23,2 x 34 cm.
Katalog-Nr.: 3661
Limit: 100,00 €, Zuschlag: 0,00 €
sieben Arbeiten mit der Darstellung von Personen und Tieren, drei Blätter auch rückseitig mit Skizzen, teils diverse Nota des Künstlers, Graphit und einmal Tuschefeder, auf verschiedenen Papieren, fünf Arbeiten monogrammiert "J. J." und ein Blatt signiert "Jacob", datiert zwischen 1880-1909, unterschiedliche Erhaltung, Blattmaße max. ca. 16 x 11 cm. Künstlerinfo: dt. Architektur- und Landschaftsmaler (1842 Berlin bis 1929 Berlin), Lehre im Atelier von Hoftheatermaler Karl Wilhelm Gropius, Studium an der Akademie in Berlin, mehrere Studienreisen nach Italien, ab 1882 Dozent für Landschaftszeichnen an der Bauakademie in Berlin und an der Technischen Hochschule Charlottenburg, 1889 Ernennung zum Professor, 1896 Ordentliches Mitglied der Königlichen Akademie, zählt mit seinen Bildern zu den bekanntesten Chronisten der Großstadtwerdung Berlins, Teilnahme an den Ausstellungen im Münchner Glaspalast und den Jahresausstellungen in Berlin und Wien, Quelle: Thieme-Becker und Wikipedia.
Katalog-Nr.: 3662
Limit: 80,00 €, Zuschlag: 80,00 €
Blick von der Ferne auf das Anfang des 19. Jh. erbaute Gutsgebäude und im Vordergrund Staffage aus Bauern und weidendem Vieh, minutiöse Landschaftsmalerei mit schöner Behandlung der Lichtstimmung, Deckfarben auf Papier, unter der Darstellung rechts signiert und datiert "J. F. Kresdingk fec. 1833" und unten mittig betitelt "Gothardsberg", wasserrandig und im Bereich des Titels Wurmfraß, hinter Glas im schlichten Biedermeierrahmen mit Eckquadraten (geringe Erhaltungsmängel), Darstellungsmaße ca. 26,5 x 41 cm.
Katalog-Nr.: 3663
Limit: 120,00 €, Zuschlag: 260,00 €
Wiederholung des um 1765 entstandenen Gemäldes "Der Alte mit dem schlafenden Kind" von Nicolas Bernard Lépicié, welches sich heute im Calouste Gulbenkian Museum in Lissabon befindet, mit spitzem Pinsel ausgeführte detailreiche Malerei mit schöner Stofflichkeit, Deckfarben auf Papier und auf Pappe kaschiert, 19. Jh., auf der Rahmenrückwand handschriftlicher Vermerk "siehe Katalog Nr. 91 Karl u. Faber München 14.10.1964", partiell leicht berieben, unter Passepartout und hinter Glas in breiter schlichter Leiste gerahmt, Passepartoutausschnitt ca. 32 x 25 cm.
Katalog-Nr.: 3664
Limit: 280,00 €, Zuschlag: 280,00 €
Ansicht der mittelfränkischen, im Altmühltal gelegenen Stadt mit Burgruine, Bleistift auf Papier, unten rechts bezeichnet und datiert "Pappenheim (19)18", unter der Darstellung in weiterem Passepartoutausschnitt bezeichnet "Hugo Mühlig/1854 Dresden - Düsseldorf 1929", an der Passepartoutkante etwas gebräunt, unter Passepartout und hinter Glas gerahmt, Passepartoutausschnitt ca. 10,5 x 19 cm. Künstlerinfo: eigentlich Hugo Theodor Mühlig, dt. Landschafts- und Genremaler (1854 Dresden bis 1929 Düsseldorf), Sohn des Meno Mühlig und Neffe des Bernhard Mühlig, 1872-73 Schüler seines Vaters, studierte 1871-73 an der Akademie Dresden, hier 1877-80 Meisterschüler von Viktor Paul Mohn, ab 1881 in Düsseldorf ansässig, 1883-91 regelmäßige Sommeraufenthalte in der Künstlerkolonie Willingshausen und ab 1908 in Röllshausen in der Schwalm, 1887-1929 Mitglied des Düsseldorfer Künstlervereins "Malkasten" und ab 1891 der Freien Vereinigung Düsseldorfer Künstler, Quelle: Thieme-Becker, AKL, Saur "Bio-Bibliographisches Künstlerlexikon" Boetticher, Schülerlisten der Dresdner Akademie, Bantzer "Hessen in der deutschen Malerei", Wollmann, Müller-Singer, Bruckmann "Lexikon der Düsseldorfer Malerschule", Friedrich "Ludwig Richter und sein Schülerkreis", Dressler, Boetticher und Wikipedia.
Katalog-Nr.: 3665
Limit: 80,00 €, Zuschlag: 0,00 €
junge sitzende Frau in der Mode des Biedermeier, mit Schute auf dem Kopf, einen Wäschekorb im Schoß haltend, feine Mischtechnik (Bleistift, Tusche in Sepia und Weißhöhung) auf leicht bläulichem Bütten, um 1830, unsigniert, auf Karton aufgeheftet und hier undeutlich bezeichnet "P. J. Schotel" oder "P. G. Schotel", meint wohl den zeitweise in Düsseldorf tätigen niederländischen Marinemaler Petrus Johannes Schotel (1808 Dordrecht bis 1865 Dresden), möglicherweise stammt die Zeichnung jedoch von seinem Vater und Lehrer Johannes Christiaan Schotel (1787 Dordrecht bis 1838 Dordrecht), aus dessen Œuvre ähnliche Zeichnungen überliefert sind, etwas fleckig und knitterspurig, sehr schön freigestellt hinter Glas im neuzeitlichen Vergolderrahmen gefasst, Blattmaße ca. 31,5 x 24 cm.
Katalog-Nr.: 3666
Limit: 20,00 €, Zuschlag: 80,00 €
betitelt "Gefangensetzung des Erzbischofs Siegfrid V. von Köln auf Schloss Burg nach der Schlacht bei Worringen 1288", Maße ca. 42 x 139,5 cm und "Graf Adolf des Ersten und der Seinen Einzug in die neuerbaute Burg an der Wupper", Maße ca. 42 x 123,5 cm, lebhafte, vielfigürliche Kompositionen, entstanden im Rahmen des Wettbewerbs zur Ausgestaltung des Rittersaals auf Schloss Burg an der Wupper (Solingen), das Motto des Wettbewerbs lautete "Geschichte der Heimat" und findet sich auch angeschnitten auf dem ersten Blatt unten links, Deckfarben und Goldbronze auf leichtem Karton, um 1890, Zuordnung an Willy Spatz aufgrund von Recherchen des Vorbesitzers, geglättete Faltlinie, einige teils hinterlegte Einrisse und geringe Farbverluste, ungerahmt. Künstlerinfo: eigentlich Wilhelm Spatz, dt. Maler, Graphiker und Hochschullehrer (1861 Düsseldorf bis 1931 Düsseldorf), Studium an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Hugo Crola und Peter Janssen, Mitglied des St. Lukas-Clubs, kurzzeitig in München und hier Schüler von Carl von Marr, Studienreise nach Paris, 1897–1926 Professor an der Akademie in Düsseldorf, betrieb parallel eine Damen-Malschule, Schüler waren unter anderem Willy Hanft, Gabriele Münter, Heinrich Nauen und Carl Weisgerber, erlangt Bekanntheit durch zahlreiche Wandgemälde, wovon durch Kriegseinwirkungen nur wenige erhalten sind, Mitglied des Künstlervereins Malkasten, 1902 Verleihung des Roten Adlerordens, Quelle: Thieme-Becker und Wikipedia.
Katalog-Nr.: 3667
Limit: 600,00 €, Zuschlag: 650,00 €
auf einem Fels mit durchbrochenem Gang thronender Turm mit Resten der Schlossmauer und vor einem angrenzenden Haus sich unterhaltende Personen, Graphit und Aquarell auf Papier, um 1880, rechts unten von Hand signiert "P. Tübbecke", etwas fleckig und knitterspurig, auf Unterlagekarton geheftet, Blattmaße ca. 23,3 x 23,2 cm. Künstlerinfo: eigentlich Paul Wilhelm Tübbecke, dt. Maler, Radierer und Zeichner (1848 Berlin bis 1924 Weimar), studierte 1866-68 an der Berliner Akademie, 1869-72 Schüler der Großherzoglichen Sächsischen Kunstschule in Weimar bei Ferdinand Pauwels und Paul Thumann, ab November 1872 Studium an der Akademie Dresden, zunächst ein Semester bei Ludwig Richter, dann bis 1873 bei Paul Thumann, 1874-80 Studium an der Akademie Weimar, hier bis 1878 Schüler von Theodor Hagen und anschließend bis 1880 bei Max (Maximilian) Schmidt, 1902 zum Professor der Weimarer Akademie ernannt, Vorstandsmitglied der Allgemeinen Deutschen Kunstgenossenschaft und Mitglied der Freien Vereinigung der Graphiker zu Berlin, tätig in Weimar, Quelle: Thieme-Becker, Dressler, Friedrich "Ludwig Richter und sein Schülerkreis", Boetticher, Schülerlisten der Dresdner Akademie, Scheidig "Die Weimarer Malerschule", Müller-Singer und Wikipedia.
Katalog-Nr.: 3668
Limit: 140,00 €, Zuschlag: 0,00 €
die Ruine der auf einem Felssporn thronenden Burg Randeck mit ihrem charakteristischen Bergfried, Graphit mit dezenter Weißhöhung auf hellbraunem Papier, rechts unten bezeichnet und datiert "Randeck 14/9 (18)59", in der Darstellung kleine Notate zu Farben, auf der Rückseite Stempel "Aus dem Nachlasse des V. Voltz" sowie kleine Personenskizzen, leichte Altersspuren und minimal fleckig, Maße ca. 25 x 33 cm. Künstlerinfo: eigentlich Johann Friedrich Voltz, dt. Graphiker, Tier- und Landschaftsmaler (1817 Nördlingen bis 1886 München), zunächst Schüler seines Vaters Johann Michael Voltz (1784-1858) sowie tätig als Radierer und Lithograph, studierte ab 1834 an der Münchner Akademie, blieb jedoch weitestgehend Autodidakt, unternahm 1843-46 diverse Studienreisen zum Tierstudium zu württembergischen Gestüten und durch die bayerischen Hochgebirge, nach Oberitalien, Tirol, Belgien und Holland sowie nach Wien, Berlin und Paris, ab 1835 beeinflusst von Albrecht Adam, erhielt in Holland Anregungen durch Barend Cornelis Koekkoek sowie seit den 1850er Jahren von seinen Freunden Eduard Schleich den Älteren und Carl Spitzweg, zunächst bis Anfang der 1840er Jahre vorwiegend Maler der bayerischen Alpen, anschließend Hinwendung zur Landschaftsmalerei mit Tierstaffage, vor allem Rindern, 1871 mit Schleich Studienreise nach Italien, ab 1864 Ehrenmitglied der Akademie München, 1869 Mitglied der Berliner Akademie und 1870 der Wiener Akademie, vertreten unter anderem in der Neuen Pinakothek München und der Berliner Nationalgalerie, erhielt diverse Ehrungen und wurde von König Ludwig II. 1863 mit den königlich-bayerischen Professorentitel und 1867 mit dem Ritterkreuz 1. Klasse des bayerischen Verdienstordens vom Heiligen Michael bedacht, später Ehrung mit dem Roten Adlerorden, tätig in München, Quelle: Thieme-Becker, Matrikel der Münchner Akademie, Allgemeine Deutsche Biographie, Bruckmann "Münchner Maler des 19. Jh.", Seubert, Müller-Klunzinger, Müller-Singer, Boetticher und Wikipedia.
Katalog-Nr.: 3669
Limit: 90,00 €, Zuschlag: 110,00 €
junger Mann im historisierenden Gewand, leicht nach unten blickend, mit zum Betrachter gerichteter Hand, vermutlich entstand die Zeichnung im Zusammenhang mit dem Fries im Palais Pringsheim in Berlin-Mitte, im rechten Bereich bezeichnet "Eduard Burkert Heinelshof No. 5 bei Briant", Kohle, teils gewischt auf bläulichem Bütten und weiße Kreide, unter der Darstellung rechts in Blei monogrammiert "A v W" und datiert "1878", in der unteren linken Blattecke die Nummer "902", rückseitig unten rechts bezeichnet "Bild Pringsheim", in den Ecken Reißzweckenlöchlein, im Passepartoutausschnitt geblichen und etwas fleckig, an der unteren Blattkante knitterspurig, unter Passepartout und hinter Glas gerahmt, Passepartoutausschnitt ca. 45 x 29,5 cm. Künstlerinfo: eigentlich Anton Alexander von Werner, bedeutender dt. Historienmaler, Zeichner und Illustrator (1843 Frankfurt/Oder bis 1915 Berlin), zunächst 1857–59 Stubenmalerlehre, studierte 1859–62 an der Akademie Berlin bei August von Kloeber, 1862 Wechsel an die Akademie Karlsruhe, hier Schüler von Johann Wilhelm Schirmer, Ludwig Des Coudres, Carl Friedrich Lessing und Adolph Schroedter, 1865 Parisreise, anschließend Frankreich-, Italien- und Schweizaufenthalt, 1869 Rückkehr nach Karlsruhe, erste vielbeachtete Illustrationen und monumentale Historienbilder entstehen, auf Empfehlung der Großherzogin Luise von Baden an ihren Bruder, den Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preußen, 1870-71 Teilnahme als Kriegsmaler am deutsch-französischen Krieg, am 4. 11.1870 erstes Zusammentreffen mit dem preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm in Versailles, am 18.1.1871 auf Wunsch des Kronprinzen Teilnehmer der Kaiserproklamation und Gründung des Deutschen Reiches in Versailles, es entstehen zahlreiche Skizzen, die Werner in seinem berühmten, mehrfach ausgeführten Gemälde „Die Proklamation des Deutschen Kaiserreichs im Spiegelsaal zu Versailles am 18. Januar 1871“ verwendet, 1871 Rückkehr nach Karlsruhe und Übersiedlung nach Berlin, hier als Professor intensive Lehrtätigkeit und freischaffend tätig, freundschaftlich mit dem preußischen Kronprinzenpaar verbunden (gab u. a. Zeichenunterricht für Kronprinzessin Victoria, welche Taufpatin seines Sohnes wurde), zum Hofmaler bestellt wurde A. v. W., einer der vielbeschäftigsten und einflussreichsten Kulturfunktionäre Deutschlands, 1875–1915 Direktor der königlichen Akademie, 1891 Aufenthalt auf Sylt, 1875–77 sowie 1882–1911 Mitglied der preußischen Landeskunstkommission, 1878 und 1887 Generalkommissar der deutschen Abteilung auf den Weltausstellungen Paris und Melbourne, 1887–1895 und 1899–1901 Vorsitzender des Vereins Berliner Künstler (Mitglied seit 1871), 1899–1900 und 1902–06 Vorsitzender der Sektion Bildende Künste des Senats der Berliner Akademie, Freundschaft mit Adolph von Menzel, 1910 Ernennung zum “Wirklichen Geheimrat – Excellenz”, Werner war Ehrenmitglied von neun Kunstakademien und wurde mit zahlreichen Ehrungen bedacht, unter anderem mit dem Orden "Pour le Mérite", Quelle: Thieme-Becker, Saur "Bio-Bibliographisches Künstlerlexikon", Mülfarth, “Anton von Werner – Geschichte in Bildern (Bartmann)”, Müller-Singer, Seubert, Ries, Jansa, Feddersen "Schleswig-Holsteinisches Künstlerlexikon", Dressler und Wikipedia.
Katalog-Nr.: 3670
Limit: 300,00 €, Zuschlag: 750,00 €
Brustbildnis einer Frau mittleren Alters im grünen Kleid mit üppigen Ballonärmeln und blumengeschmückter rosa Haube, Pastellportraitzeichnung wohl vor braunem Grund in Tempera, um 1830, unsigniert, Hintergrund partiell farbschwundrissig, linke obere Ecke dunkel verfärbt, sehr schön hinter Glas im neueren Vergolderrahmen, Falzmaße ca. 52 x 41 cm.
Katalog-Nr.: 3671
Limit: 250,00 €, Zuschlag: 0,00 €
junge Frau mit langem roten, gelocktem Haar, einem mit Straußenfeder und Perlen geschmückten Hut und prächtigem byzantinischen Schmuck vor dunklem Grund, versierte Portraitmalerei mit gekonnter Behandlung der Lichteffekte, Pastell, um 1900, hinter Glas gerahmt, Falzmaße ca. 50,5 x 40,5 cm.
Katalog-Nr.: 3672
Limit: 100,00 €, Zuschlag: 420,00 €
Bildnis einer Frau mit hellem Kleid und blumenverzierter Spitzenhaube, freundlich den Betrachter anblickend und Herr mittleren Alters mit schwarzer Jacke und weißem Hemd mit "Vatermörderkragen", den Betrachter anblickend, Pastelle, je signiert und datiert "Roger 1810", teils etwas berieben, als Pendants hinter Glas in Biedermeierrahmen (berieben), Falzmaße je ca. 47,5 x 37 cm.
Katalog-Nr.: 3673
Limit: 280,00 €, Zuschlag: 0,00 €
Darstellung des ca. 48-jährigen Dr. Johann Kupfer und seiner beiden Kinder, Kreiden, teils weißgehöht, rückseitig altes Klebeetikett mit biographischen Angaben zum Dargestellten und jeweils datiert "gezeichnet im September 1822", teils Altersspuren und ein Blatt mit geringem Wurmfraß, hinter altem Glas im Rahmen der Zeit, Falzmaße max. ca. 54,5 x 40 cm.
Katalog-Nr.: 3674
Limit: 150,00 €, Zuschlag: 0,00 €