Gemälde

Katalog-Nr. 4200

”Die vier Erdteile” nach Peter Paul Rubens

alte Kopie nach dem 1615 entstandenen großformatigen (209 x 284 cm) Gemälde ”Die Vier Erdteile”, das heute im Kunsthistorischen Museum Wien verwahrt wird, das allegorisch aufgeladene Bild, welches jeweils die Flussgötter der Hauptströme mit einer mythologischen Frauenfigur des Kontinentes in trauter Einigkeit unter einer Art Baldachin zeigt, präsentiert den Wissensstand der Entstehungszeit, in der man von vier Erdteilen ausging, links an höchster Stelle mit hellem Inkarnat thront eine vielfach als ”Europa” wohl fehlinterpretierte Nymphe mit dem Flussgott der Donau Danuvius, welcher ein Ruder in der Hand hält, durch eben diese Darstellung und die im Vergleich zu den anderen Allegorien höchste Positionierung der beiden Figuren sollte seinerzeit der kulturelle Führungsanspruch Europas verdeutlicht werden, links zu Europas Füßen, auf eine Urne gestützt, mit einer dunkelhäutigen Frau im Arm, erscheint der Flussgott des Nils Neilos, welcher samt des im Vordergrund dargestellten Krokodils für Afrika steht, die Abgewandtheit des als Rückenakt dargestellten Neilos verweist auf die seinerzeit nicht bekannte Quelle des Flusses, gleichwohl die Ähren auf seinem Haupt für die Fruchtbarkeit seines Landes stehen, mittig im Hintergrund erscheint der Flussgott des Rio de la Plata mit einer Kokosnuss in der Hand sowie einem Kranz roter Pfefferschoten im Haar und symbolisiert Amerika und schließlich rechts die Darstellung Asiens mit der Allegorie des nach seinerzeitigem europäischen Verständnis männlichen Flussgottes des Ganges, welcher in Indien durch die hinduistische Göttin Ganga verkörpert wird, im Vordergrund säugt als augenscheinlichster Hinweis auf Asien eine Tigerin ihre Jungen, lasierende Malerei, Öl auf Leinwand, wohl um 1700, unsigniert, alt doubliert, Craquelure, partiell stärker restauriert, geringe Altersspuren, gerahmt, Falzmaß 74,5 x 101,5 cm.

Limit:
1900,00 €

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